Intel und DFKI arbeiten am 3D-Internet der Zukunft

Intel und DFKI arbeiten am 3D-Internet der Zukunft

Saarbrücken. Intel ist gestern dem Kreis von inzwischen über 20 Gesellschaftern des Deutschen Forschungszentrums für Künstliche Intelligenz (DFKI) an der Universität des Saarlandes beigetreten. Der Gesellschafter-Anteil von Intel beträgt nach Angaben von DFKI-Chef Wolfgang Wahlster (Foto: SZ) rund 100 000 Euro

Saarbrücken. Intel ist gestern dem Kreis von inzwischen über 20 Gesellschaftern des Deutschen Forschungszentrums für Künstliche Intelligenz (DFKI) an der Universität des Saarlandes beigetreten. Der Gesellschafter-Anteil von Intel beträgt nach Angaben von DFKI-Chef Wolfgang Wahlster (Foto: SZ) rund 100 000 Euro. Intel belässt es dabei nicht bei einer Kapitalbeteiligung sondern entsendet auch eigene Mitarbeiter nach Saarbrücken. Dafür übernimmt Intel weitere 800 000 Euro an Personalkosten. Die Intel-Mitarbeiter sollen mit den DFKI-Forschern neue Projekte betreuen. Wahlster zu den Hauptvorteilen der neuen Kooperation: "Wir können vor allen anderen Konkurrenten weltweit die neueste Technik von Intel für unsere Anwendungen nutzen." Künftig werde das DFKI seine Entwicklungen frühzeitig auf neuesten Intel-Prozessoren testen - lange bevor diese auf den Markt kommen. Mit der Beteiligung am DFKI weitet Intel sein Engagement in Saarbrücken aus. Im Mai wurde bereits mit dem "Intel Visual Computing Institute" ein Forschungslabor an der Saar-Universität eröffnet. Der Konzern investiert in dieses Institut in den kommenden fünf Jahren zwölf Millionen Dollar (rund neun Millionen Euro). Ein gemeinsames Anwendungsgebiet von DFKI und Intel soll beispielsweise der Bereich "Heim und Wohnung" sein. So sind Entwicklungen geplant, die älteren Menschen ein möglichst langes und gefahrloses Leben zu Hause ermöglichen. Der Anteil von Intel besteht hierbei in der Entwicklung "verborgener Elektronik". Wahlster nennt als Beispiel kleine Prozessoren in Form von Mini-Chips, die in Teppiche eingebaut werden und automatisch einen Sturz registrieren. Eine vom DFKI entwickelte Anwendung signalisiert einem Mobiltelefon den Sturz, dieses benachrichtigt dann automatisch Helfer. Die Zusammenarbeit mit Intel biete vor allem die Möglichkeit, neue 3D-Visualisierungen im Internet mit extrem hohen Datenmengen schneller voranzubringen. Davon ist Philipp Slusallek, einer der DFKI-Forschungsleiter und Uni-Professor, überzeugt. Virtuelle Welten würden so dreidimensional erfahrbar. Hier will das DFKI mit Intel Basistechnologien für das 3D-Internet weiter entwickeln. Auch Joseph Schutz, Vize-Präsident des Forschungsbereichs Intel Lab, setzt große Hoffnungen auf die Zusammenarbeit mit der Forschung an der Universität und dem DFKI. Für die Arbeit von Intel sei die Saar-Universität "die beste Adresse der Welt". Auch die Landesregierung hob den Beitrag von Intel für die weitere Standort-Profilierung des Saarlandes hervor. "Wir haben mit Intel jetzt die beste Forschungseinrichtung vor Ort, die es in diesem Bereich weltweit gibt", unterstrich Wirtschafts- und Wissenschaftsminister Christoph Hartmann (FDP). Die Verzahnung von Grundlagenforschung und Anwendungsorientierung auf dem Uni-Campus habe Vorbildcharakter. Deshalb unterstütze das Land die Erweiterung des DFKI mit 50 Prozent Förderung und 2,25 Millionen Euro aus europäischen Strukturförder-Mitteln.