Industrieverband BDI rechnet mit schwierigem Jahr 2010

Industrieverband BDI rechnet mit schwierigem Jahr 2010

Berlin. Der Industrieverband BDI hat davor gewarnt, mit den ersten positiven Konjunktur-Zeichen schon das Ende der Krise einzuläuten. 2010 werde kaum weniger schwierig als das Krisenjahr 2009. "Es geht nicht weiter bergab, aber es wird auch nicht viel besser", sagte der Präsident des Bundesverbandes der Deutschen Industrie (BDI), Hans-Peter Keitel

Berlin. Der Industrieverband BDI hat davor gewarnt, mit den ersten positiven Konjunktur-Zeichen schon das Ende der Krise einzuläuten. 2010 werde kaum weniger schwierig als das Krisenjahr 2009. "Es geht nicht weiter bergab, aber es wird auch nicht viel besser", sagte der Präsident des Bundesverbandes der Deutschen Industrie (BDI), Hans-Peter Keitel. Es werde voraussichtlich noch bis 2014 oder 2015 dauern, bis das wirtschaftliche Niveau von 2007, dem Jahr vor der Krise, wieder erreicht sei. Als besondere Belastungen, die auf die deutsche Wirtschaft zukommen, nannte Keitel die Gefahr einer Kreditklemme, die auslaufenden Konjunkturprogramme sowie die prekäre Lage der öffentlichen Haushalte. Keitel räumte ein, dass sich die Krise Ende 2009 etwas entspannt habe. "Wir sind an diesem Jahresende besser dran, als wir anfangs gedacht haben", sagte er. Auch der Verlauf bei der Arbeitslosigkeit sei nicht so schlimm gekommen wie vermutet. Dazu habe die Ausweitung der Kurzarbeitergeldregelung wesentlich beigetragen. Diese "hat es uns ermöglicht, 800 000 Arbeitsplätze zu halten". Um zu einer Normalisierung in der Wirtschaft zurückzukehren, sollte die Kurzarbeitergeldregelung nach dem Auslaufen stufenweise zurückgefahren werden, sagte der BDI-Präsident.Auch Deutschlands Aktiengesellschaften blicken einer Umfrage zufolge skeptisch ins neue Jahr. Für 2010 rechnen die meisten mit einer schwachen Nachfrage und sinkenden Preise. Nur 23 Prozent der börsennotierten Unternehmen erwarten in diesem Jahr schon ein Ende der Wirtschaftskrise. 55 Prozent sehen den Aufschwung erst ab 2011. Neun Prozent glauben sogar, der Aufschwung lässt noch länger auf sich warten. Das ergab eine Befragung von 131 Fach- und Führungskräften aus börsennotierten Gesellschaften durch die Beratungsgesellschaft Faktenkontor, "News Aktuell" und CAT Consultants gemeinsam mit dem "Handelsblatt". Die Allianz prognostizierte dagegen für 2010 laut der "Bild"-Zeitung ein Wachstum von 2,8 Prozent, die deutlichste Zunahme seit 2006. Chefvolkswirt Michael Heise sagte: "2010 wird ein gutes Konjunkturjahr für die deutsche Wirtschaft." Gründe seien der anspringende Export, der stabile private Konsum und die zwei Konjunkturpakete der Regierung. Auch für den Arbeitsmarkt äußerte sich Heise optimistisch: Die Arbeitslosigkeit werde zwar spürbar steigen, aber von der Vier-Millionen-Marke entfernt bleiben. Im Jahresschnitt rechnet der Ökonom mit 3,67 Millionen Arbeitslosen. dpa

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