Immer weniger Hersteller beteiligen sich an Grünem Punkt

Köln · Der Konflikt um das Entsorgungssystem Grüner Punkt spitzt sich zu. In den gelben Tonnen und Säcken lande mittlerweile jede zweite Verpackung, ohne dass ihr Hersteller Gebühren für Entsorgungssysteme wie den Grünen Punkt bezahle, teilte das Duale System Deutschland (DSD) gestern in Köln mit.



Immer mehr Unternehmen nutzten Schlupflöcher in der Verpackungsverordnung aus, um sich nicht mehr finanziell zu beteiligen. Deshalb werde das DSD nun neue Verträge aushandeln.

Lebensmittelhersteller und andere Unternehmen sind durch die Verpackungsverordnung gezwungen, Verpackungen zurückzunehmen und bei ihrer Entsorgung mitzuwirken. Dies übernehmen zum größten Teil die dualen Systeme. Marktführer ist der Grüne Punkt mit einem Anteil von rund 50 Prozent. Das DSD kritisiert aber, dass immer mehr Unternehmen Ausnahmeregelungen in der Verordnung nutzen und angeben, Verpackungen selbst zurückzunehmen. Größtenteils landen diese Verpackungen dann trotzdem in der gelben Tonne. "Wir dürfen nicht zulassen, dass wenige Trickser das System auf Kosten der seriösen Unternehmen zum Scheitern bringen", erklärte der Geschäftsführende Gesellschafter der DSD, Michael Wiener. Dies gehe zu Lasten der Verbraucher und der Umwelt. Denn wenn Verpackungen, für die ein Hersteller keine Entsorgungsgebühren bezahlt, in der gelben Tonne landen, müssen die dualen Systeme trotzdem für die Entsorgung aufkommen.