Immer weniger fliegen ab Ensheim

Immer weniger fliegen ab Ensheim

Die Zahl der Passagiere am Flughafen Ensheim ist 2013 auf etwa 408 000 zurückgegangen. In diesem Jahr soll es aber wieder aufwärtsgehen. Flughafenchef Thomas Schuck erwartet ein Plus von drei Prozent.

Der hoch defizitäre Flughafen Saarbrücken-Ensheim verbucht erneut ein Minus bei den Passagierzahlen. Etwa 408 000 Reisende seien im vergangenen Jahr - nach ersten Berechnungen - ab Saarbrücken geflogen oder hier gelandet, sagte gestern Flughafenchef Thomas Schuck auf Anfrage. Das entspricht einem Rückgang von 4,2 Prozent. Der Rekord aus dem Jahr 2008 mit fast 520 000 Fluggästen liegt damit in weiter Ferne. Für das neue Jahr rechnet der Geschäftsführer aber mit einem leichten Aufwärtstrend bei den Passagieren. Er erwartet "einen Anstieg um drei Prozent".

Angesichts der Zahlen für 2013 "mache ich keine Luftsprünge", sagte Schuck, trotzdem ist er nicht ganz unzufrieden. Umliegende Flughäfen haben noch größere Einbrüche beim Passagieraufkommen zu verzeichnen: Zweibrücken (minus 9,1 Prozent), Metz/Nancy (minus 13 Prozent) und Karlsruhe/Baden-Baden (bis November minus 17 Prozent). Außerdem habe der Flughafen Saarbrücken bei den Linienflügen das Niveau des Vorjahres erreicht und kaum Reisende eingebüßt. 2012 waren rund 364 000 Passagiere Linie geflogen. "Wir haben die Folgen der Pleite von OLT Express nahezu ausgleichen können", sagte Schuck. Die Fluggesellschaft war im Oktober 2012 mit großen Ambitionen gestartet, hatte aber bereits im Januar vergangenen Jahres den Betrieb einstellen und Insolvenz anmelden müssen.

Positiv hat sich dem Flughafenchef zufolge die Linie nach Palma de Mallorca entwickelt. Die Strecke habe ein Plus von neun Prozent eingeflogen und sei von fast 100 000 Fluggästen genutzt worden, sagte Schuck. Die Einbußen kamen also vor allem aus dem Charter-Sektor. Dort habe sich unter anderem die Pleite von Sky Airlines ausgewirkt. In diesem Jahr werde es aber voraussichtlich besser laufen, da zusätzliche Urlaubsflüge nach Antalya und Mallorca angeboten werden. Auch stimmt ihn eine weitere Entwicklung optimistisch. Im Jahr 2012 hätten nur sechs Reiseveranstalter Flüge ab Saarbrücken gebucht, inzwischen seien es 32. "Das ist der Weg, wo ich hin will", sagte Schuck. Gebucht würden allerdings vor allem kleinere Kontingente von Plätzen in den Flugzeugen.

Flughafenchef Schuck nannte auch erste Zahlen zum Betriebsergebnis. Es sei 2013 "mit knapp unter fünf Millionen Euro Defizit ähnlich wie im Vorjahr" ausgefallen. "In diesem Jahr möchte ich die vier Millionen reißen" - das Minus also um eine Million Euro verringern, hat sich der Flughafenchef vorgenommen. Nicht hereingerechnet sind in diese Bilanz Abschreibungen und Zinsen. So hatte der Flughafen 2012 einen Gesamtverlust von rund 9,3 Millionen Euro gemacht. Beim Abschmelzen der Verluste soll auch die Zahl der Stellen sinken - vor allem durch die Einbindung der Flughafengesellschaft in die Strukturholding Saar (SHS). Derzeit habe der Flughafen - umgerechnet auf Vollzeitstellen - 112 Arbeitsplätze. "Ich versuche unter 90 zu kommen und will das in diesem Jahr erreichen", kündigte Schuck an.

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