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IHK sieht Licht für Saar-WirtschaftStimmung der deutschen Wirtschaft hellt sich auf

Saarbrücken. Die Saar-Wirtschaft hat im Rahmen der Wirtschaftskrise die Talsohle erreicht. Das ist das Ergebnis der Konjunkturumfrage der saarländischen Industrie- und Handelskammer (IHK). Demnach ist der Lage-Indikator im Mai gegenüber dem Vormonat um zwei Punkte gestiegen - der Erwartungsindikator sogar um vier Punkte

Saarbrücken. Die Saar-Wirtschaft hat im Rahmen der Wirtschaftskrise die Talsohle erreicht. Das ist das Ergebnis der Konjunkturumfrage der saarländischen Industrie- und Handelskammer (IHK). Demnach ist der Lage-Indikator im Mai gegenüber dem Vormonat um zwei Punkte gestiegen - der Erwartungsindikator sogar um vier Punkte. Während der Lage-Indikator eine Bewertung der aktuellen Situation liefert, spiegelt der Erwartungsindikator die Hoffnungen der Saar-Wirtschaft für die kommenden Monate wider. "Nach dem tiefen Einbruch in den Wintermonaten bewegen wir uns jetzt auf der Talsohle der Konjunktur", sagte IHK-Hauptgeschäftsführer Volker Giersch (Foto: SZ). "Der Tiefpunkt dürfte bereits hinter uns liegen. In der exportorientierten Industrie, die ja von der Krise am stärksten betroffen ist, zeigt die Entwicklung zum Teil bereits wieder aufwärts. Die binnenorientierten Branchen profitieren von der nach wie vor robusten Konsumneigung." Trotz der insgesamt günstigen Aussichten geht Giersch davon aus, dass der Arbeitsmarkt auch in den kommenden Monaten noch stark von der Krise belastet sein wird. Insgesamt bewerten 18 Prozent der befragten Unternehmen ihre Geschäftslage mit gut, 49 Prozent mit befriedigend und 33 Prozent mit schlecht. Der IHK-Lage-Indikator als Saldo aus Gut- und Schlechtmeldungen ist damit im Mai um zwei Punkte auf minus 14,7 Punkte geklettert. Das ist der erste Anstieg seit über einem Jahr. Er beruht vor allem auf einer etwas günstigeren Entwicklung in der Industrie.Vor allem in den strukturprägenden Branchen der Saar-Industrie - dem Fahrzeugbau, der Stahlindustrie und dem Maschinenbau - beurteilen die Unternehmen ihre Lage noch mehrheitlich als schlecht. Überwiegend positive Meldungen kommen dagegen aus der Ernährungswirtschaft, dem Verkehrsgewerbe, von den Versicherungen und aus der IT-Branche. Die Aussichten für die kommenden sechs Monate haben sich laut der Umfrage weiter aufgehellt. Insgesamt rechnen zwölf Prozent der befragten Unternehmen mit besseren, 70 Prozent mit gleich bleibenden und nur noch 18 Prozent mit schlechteren Geschäften. Der IHK-Erwartungsindikator liegt mit minus 6,8 Punkten zwar immer noch im negativen Terrain. Er hat gegenüber Dezember aber bereits 20 Punkte gut gemacht. Noch stärker erholt hat sich der Erwartungsindikator für die Industrie. Er ist seit Dezember von minus 49 auf aktuell minus zehn Punkte gestiegen. Im Ernährungsgewerbe, in der Gummi- und Kunststoffindustrie, bei den Gießereien, im Maschinenbau und der Bauwirtschaft zeigt der Indikator wieder Wachstum.Auf das Jahr gesehen hofft die IHK angesichts der Zahlen, dass das Minus bei der Wertschöpfung an der Saar nicht so stark ausfallen wird, wie von Forschungsinstituten und Bundesregierung prognostiziert (minus sechs Prozent). "Aufs ganze Jahr gesehen rechnen wir für das Saarland mit einem Minus von knapp fünf Prozent", sagte Giersch. redMünchen. Auch deutschlandweit wächst die Hoffnung, die Talsohle des Abschwungs erreicht zu haben. Die Unternehmen in Deutschland schätzen ihre Zukunftsaussichten deutlich günstiger ein als noch vor wenigen Wochen, wie aus dem gestern veröffentlichten Geschäftsklimaindex des Münchner Wirtschaftsforschungsinstituts Ifo hervorgeht. Es zeichne sich eine Stabilisierung der Wirtschaftsleistung auf niedrigem Niveau ab, sagte Ifo-Präsident Hans-Werner Sinn. Der aus der Bewertung der aktuellen Lage und den Aussichten für die kommenden sechs Monate bestehende Ifo-Geschäftsklimaindex stieg von 83,7 Punkten im April leicht auf 84,2 Punkte im Mai. Dies ist zwar der höchste Wert seit November. Der als wichtiges Konjunkturbarometer geltende Index hatte vor einem Jahr aber noch um 19 Punkte höher gelegen. Ifo-Volkswirt Klaus Abberger sagte, die deutsche Wirtschaft befinde sich weiterhin in einer schwierigen Situation. Im Winter hätten sich die Unternehmen noch im freien Fall befunden. Nun habe sich nur das Gesicht des Abschwungs verändert, ein Aufschwung sei nicht in Sicht. Laut Abberger sei nun zu erwarten, dass Unternehmen zunehmend den Stellenbestand prüfen. Dabei sei noch offen, ob schon bald mit Entlassungen begonnen werde. afp