IG Metall sucht Verständigung mit US-Investor

IG Metall sucht Verständigung mit US-Investor

Die Gewerkschaft IG Metall und der Betriebsrat der früheren deutschen Schraubengruppe Ruia Global Fasteners sucht eine Verständigung mit dem neuen Eigner, dem US-Schraubenhersteller Whitesell. „Wenn die Hochzeit auch holperig war, können wir vielleicht eine Ehe führen mit ihm“, sagte gestern Guido Lesch, zweiter Bevollmächtigter der IG-Metall-Verwaltungsstelle Völklingen, nach einem Treffen der Arbeitnehmer-Vertreter der vier deutschen Werke in Neuwied.

Die Gruppe hat Standorte in Beckingen, Neuwied, Schrozberg und Neuss. Die Übernahme der insolventen Ruia-Gruppe hatte Whitesell zum Jahreswechsel trotz Widerstands von Belegschaft, Management und Gewerkschaft vollzogen. Auslöser für den Protest waren nach deren Darstellung Preiserhöhungen, mit denen Whitesell die Kunden verschreckte.

In einem Brief fordern Lesch zufolge die Arbeitnehmervertreter Firmenchef Neil Whitesell nun auf, zu einem Spitzengespräch nach Deutschland zu kommen. Nach dem Streit im Vorfeld der Übernahme sei es wichtig, dass Whitesell verloren gegangenes Vertrauen zu Kunden und Arbeitnehmern neu aufbaue. So solle Whitesell eine Standort- und Beschäftigungsgarantie abgegeben, sagt Lesch. In Kürze soll nach Plänen von Betriebsrat und IG Metall eine Belegschaftsversammlung in Beckingen stattfinden, zu der auch ein Whitesell-Vertreter kommen soll.