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Leserbrief Zeitumstellung
Dauer-Sommerzeit hat viele Nachteile

 Ich war mit der Sommerzeit und Zeitumstellung immer sehr zufrieden. Dauerhafte Sommerzeit bedeutet doch, dass alles eine Stunde früher ist, abends, aber eben auch morgens, die Kehrseite der Medaille.

Rentnern ist es weitgehend egal, wann sie morgens aufstehen. Aber wie denken die Millionen Schüler, Pendler und Arbeiter darüber? Nicht zu vergessen die von Politik und Gesellschaft so sehr gewünschten arbeitenden Mütter oder Väter, die ihre Babys noch bei tiefer Dunkelheit aus dem Schlaf reißen müssen, um sie in die Kitas zu fahren. Müssen sie dafür zwischen 6 und 7 Uhr morgens aufstehen, bedeutet das für ihre biologische „Normalzeituhr“ eine Zeit zwischen 5 und 6 Uhr. Ist das im Sommer mit seinem frühen Sonnenaufgang nicht weiter schlimm, heißt das aber, bei Nässe und Kälte den gesamten Winter bis März „vor Tag“ aufstehen zu müssen. Beklagen Ärzte schon den Schulbeginn um 8 Uhr bei Normalzeit für Schüler als leistungsmindernd, wird die Leistungskurve der Schüler also noch weiter nach unten gehen. Im Winter hat die Sommerzeit aber auch nachmittags und abends für die Freizeittätigkeiten keine Vorteile, denn wer will sich schon an trüben und nebligen Novembertagen und bei nasskaltem Winterwetter überhaupt lange im Freien aufhalten? Und das alles soll so gewollt sein, um ein paar Tage oder Wochen des Unwohlseins bei der Zeitumstellung zu vermeiden? Ich hatte nie Probleme damit, wahrscheinlich auch der Großteil der Deutschen nicht. Nur die ewig Unzufriedenen haben sich gemeldet: Was sind denn 3,5 Millionen Menschen bei ca. 50 Millionen Arbeitenden und Schülern? Ich möchte gern wissen, wie deren Reaktion schon nach dem ersten Sommerzeit-Winter ausfallen wird. Es bleibt daher nur eine Winterzeit, also die Normalzeit von früher, die wahrscheinlich auch die biologische Zeit für Mitteleuropäer ist. Eine Zeitumstellung mit Sommerzeit würde die Vorteile nutzen, aber die Nachteile vermeiden.


Gerhard Ernwein, Illingen