Huk-Coburg führt die Branche an

München. Wolfgang Weiler lässt keine Zweifel aufkommen. "Wir sind sicher nicht diejenigen, die den Preiskampf als Erste beenden", sagt der Vorstandschef des Versicherungskonzerns Huk-Coburg. Weiler spielt auf den Branchenkampf in der seit Jahren defizitären Kfz-Versicherung an, die bei den Franken rund die Hälfte aller Beiträge von knapp fünf Milliarden Euro beisteuert

München. Wolfgang Weiler lässt keine Zweifel aufkommen. "Wir sind sicher nicht diejenigen, die den Preiskampf als Erste beenden", sagt der Vorstandschef des Versicherungskonzerns Huk-Coburg. Weiler spielt auf den Branchenkampf in der seit Jahren defizitären Kfz-Versicherung an, die bei den Franken rund die Hälfte aller Beiträge von knapp fünf Milliarden Euro beisteuert. Die allerdings verdienen damit Geld und gewinnen hier zu Lande zugleich stetig Marktanteile, im Gegensatz zu vielen Konkurrenten.Aktuell hat die Huk rund 8,5 Millionen Kfz-Verträge, Tendenz steigend. Der größte Konkurrent, die Allianz, kam Ende 2009 auf eine ähnliche Zahl, Tendenz dort allerdings seit Jahren fallend. "Kfz ist unsere Einstiegssparte", sagt Weiler. Wer einmal eine solche Police hat, kaufe binnen zwei bis drei Jahren meist auch andere Versicherungen. Folglich steigen die Huk-Marktanteile in Deutschland auf breiter Front. Der unabhängige Branchendienst Map-Report bestätigt diese Entwicklung. Ein Ende 2004 von der Allianz begonnener Preiskampf um die strategisch wichtigen Kfz-Policen hat fast die gesamte Branche in die roten Zahlen getrieben. Über drei Milliarden Euro hat die Assekuranz hier zu Lande seit 1999 mit Kfz-Versicherungen verloren. 50 von 68 untersuchten Konzerne waren in den roten Zahlen, sagt Map-Chef Manfred Poweleit. Die 18 Unternehmen, die damit Geld verdienen, führt die Huk klar an. 900 Millionen Euro versicherungstechnischer Gewinn sind es für die Coburger im vergangenen Jahrzehnt gewesen, bei gleichzeitigen Marktanteilsgewinnen."Die Huk ist billig und gut", sagt Poweleit. Und sie verdiene mit Auto-Versicherungen Geld. Andere Versicherer müssten die Verlustsparte dagegen quersubventionieren. Als Mittel der Wahl gelten Policen für Hausrat, wo die Branche in Deutschland seit 1999 gut 3,4 Milliarden Euro verdient hat oder Unfallversicherungen mit addiert fast sieben Milliarden Euro Branchengewinn. "Wer eine billige Autoversicherung hat, sollte sehr genau hinsehen, ob die zusätzlich angebotenen Policen ebenso günstig sind", sagt Poweleit.Die Prämien für Kfz-Policen sind in Deutschland heute auf einem Niveau wie vor 20 Jahren, klagt die Allianz, die den Preiskampf selber angestoßen hat. Aber weder die Münchener noch die Franken erwarten, dass sich an den niedrigen Prämien zeitnah etwas ändert. Trotzdem kündigt Weiler an, auch 2010 mit Autoversicherungen schwarze Zahlen zu schreiben. Die Coburger setzen dabei vor allem auf einen schlanken Vertrieb - das senkt die Kosten -und steigende Marktanteile. Im allgemeinen Krisenjahr 2009 war der Jahresüberschuss der Huk über alle Sparten um 44 Prozent auf 357 Millionen Euro gestiegen. Trotz Preiskampf soll 2010 mindestens stabile Gewinne bringen.

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