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Hoch lebe Tom Jobim: Die Morelenbaums zu Gast in Waldmohr

Waldmohr. Wie kommen Weltstars wie Paula und Jaques Morelenbaum in die Festhalle der 5000-Einwohner-Gemeinde Waldmohr ? Um die Bedeutung des Ehepaars einschätzen zu können, sei auf ihre musikalische Laufbahn verwiesen: Beide waren Mitglieder der letzten Band des großen brasilianischen Komponisten Tom Jobim ("The Girl From Ipanema"); Jaques, von seiner Frau "Schaks" ausgesprochen, hat außerdem mit Sting und David Byrne zusammengearbeitet. Sebastian Dingler

Und jetzt Waldmohr ? Möglich machte es der Leiter des Gitarrenland-Festivals, Wolfgang Weigel. Er habe so lange herumtelefoniert, bis er die Morelenbaums bekommen habe, sagte er.

Die mit 250 Besuchern gut gefüllte Halle gab einen passenden Rahmen für die kammermusikalische Variante des Bossa Nova, die Jaques Morelenbaum am Cello zunächst nur mit Lula Galvão (Gitarre) und Marcio Bahia (Schlagzeug) zelebrierte. Sängerin Paula Morelenbaum gesellte sich erst nach einer Stunde dazu, etwas spät, wie es viele im Publikum empfanden. Hatte das Instrumental-Trio mit exaktem und sensiblem Spiel beeindruckt, bekam der Abend doch erst die rechte Würze durch die glasklare Stimme der Sängerin aus Rio. Den Jobim-Klassiker "Corcovado" präsentierte das Quartett mit einem bis auf jede einzelne Note ausgefeilten Arrangement - ein Zeichen dafür, wie tief verwurzelt die Morelenbaums im Material des großen Meisters sind.

Lula Galvão zeigte, weshalb er zu den zehn besten Gitarristen Brasiliens zählt. Jaques Morelenbaum wechselte dabei immer wieder vom gezupften Bassspiel aufs gestrichene Solieren - wie praktisch, dass das im Jazz selten genutzte Cello dies ermöglicht. Zum Abschluss erklang Jorge Ben Jors "Mas que nada". Stehender Applaus.