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Hertie vor dem Aus: 2600 Mitarbeiter verlieren ihren Job

Essen. Vier Jahre nach der Übernahme durch eine britische Investorengruppe stehen 54 Hertie-Warenhäuser in ganz Deutschland vor dem Aus. Die Gläubigerversammlung der insolventen Warenhauskette beschloss am Mittwoch in Essen auf Empfehlung des Insolvenzverwalters mit einer Mehrheit von 84,6 Prozent die Einstellung des Geschäftsbetriebs. Betroffen sind rund 2600 Mitarbeiter

Essen. Vier Jahre nach der Übernahme durch eine britische Investorengruppe stehen 54 Hertie-Warenhäuser in ganz Deutschland vor dem Aus. Die Gläubigerversammlung der insolventen Warenhauskette beschloss am Mittwoch in Essen auf Empfehlung des Insolvenzverwalters mit einer Mehrheit von 84,6 Prozent die Einstellung des Geschäftsbetriebs. Betroffen sind rund 2600 Mitarbeiter. Die Warenhäuser sollen voraussichtlich bereits im Sommer geschlossen werden. "Die Beschäftigten sind schockiert. Ohne Not verlieren 2600 Kollegen ihren Arbeitsplatz", sagte der Hertie-Gesamtbetriebsratsvorsitzende Bernd Horn nach der Entscheidung. Horn warf den Eigentümern vor, keine soziale Verantwortung gezeigt zu haben. "Denen geht es nur ums Geld", sagte er. Insolvenzverwalter Biner Bähr hatte seinen Antrag zuvor damit begründet, dass er keine Chance mehr auf eine Einigung mit den Hertie-Eigentümern, der britisch-niederländischen Immobiliengesellschaft MABV, über langfristige Mietverträge sehe. Die Eigentümer seien daran interessiert, Hertie leer zu bekommen, weil sie der Meinung seien, dass die Immobilien ohne den Mieter Hertie besser zu verkaufen seien, sagte Bähr. Die Briten hatten Hertie 2005 von der damaligen Karstadt-Quelle AG (heute Arcandor) übernommen und nach eigenen Angaben 180 Millionen Euro in das verlustreiche Geschäft investiert. dpa