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Henkel: Es gibt keine Verlierer der Globalisierung

Saarbrücken. Der frühere Wirtschaftsmanager Hans-Olaf Henkel hat an Bundespräsident Horst Köhler appelliert, das System der sozialen Marktwirtschaft und die Globalisierung besser zu verteidigen

Saarbrücken. Der frühere Wirtschaftsmanager Hans-Olaf Henkel hat an Bundespräsident Horst Köhler appelliert, das System der sozialen Marktwirtschaft und die Globalisierung besser zu verteidigen. In einem Vortrag der Reihe "Impulse 2009" kritisierte der langjährige Präsident des Bundesverbandes der Deutschen Industrie (BDI) in Saarbrücken, dass Köhler als Ex-Banker glaube, über das Finanzsystem herziehen zu müssen. Zur Verantwortung des Staatsoberhaupts und anderer Politiker gehöre aber, "das System zu verteidigen und nicht an ihm zu rütteln". Es sei "absurd zu glauben, die Bankenkrise sei ein Beweis dafür, dass die Politik es besser kann". Für Henkel steht fest: "Die Globalisierung ist das Beste, was der Menschheit nach der Erklärung der Menschenrechte in der Französischen Revolution passieren konnte." Seine Zuhörer in der Saarbrücker BMW-Niederlassung verblüffte er zudem mit der Feststellung: "Es gibt keine Verlierer der Globalisierung." Natürlich leide Afrika, weil die Kluft zwischen arm und reich größer werde. Bundespräsident Köhler solle bei seinem nächsten Afrika-Besuch aber nicht nur die dortige Armut beklagen, sondern Marktwirtschaft, Demokratie und Menschenrechte einfordern, sagte er. "Es gibt keine Demokratie, die nicht die Marktwirtschaft hat", betonte Henkel: "Und es gibt nicht einen Fall, wo eine Demokratie eine andere angegriffen hat." Deutschland profitiere als Export-Weltmeister und gleichzeitiger Import-Vizeweltmeister mit einer sehr starken Leistungsbilanz von der Globalisierung. Dennoch gebe es "kein Land, wo die Globalisierung so in der Kritik steht wie in Deutschland". ulo