| 20:12 Uhr

Hengst und Heiliger zugleich

Saarbrücken. Die Saarlandhalle ist bis auf die letzte Reihe gefüllt. Auf einen Schlag wird es dunkel. Es donnert. Dunkle Wolken ziehen über den Monitor. Laut und bedrohlich ertönt AC/DC aus den Boxen. Plötzlich erscheinen drei Riesen-Teddybären im Lichtkegel - und aus ihrem Mund erklingt in lieblicher Stimme "Mama" von Heintje

Saarbrücken. Die Saarlandhalle ist bis auf die letzte Reihe gefüllt. Auf einen Schlag wird es dunkel. Es donnert. Dunkle Wolken ziehen über den Monitor. Laut und bedrohlich ertönt AC/DC aus den Boxen. Plötzlich erscheinen drei Riesen-Teddybären im Lichtkegel - und aus ihrem Mund erklingt in lieblicher Stimme "Mama" von Heintje. Dann ein Halleluja und Atze Schröder (Foto: SZ) erscheint wie ein Heiliger mit gefalteten Händen auf dem Schirm.



Mit seinem aktuellen Programm hat sich Atze diesmal den "Mutterschutz" zur Aufgabe gemacht. In diesem Sinne verspricht der Comedian gleich zu Anfang jeder Mutter, am heutigen Abend ihr "Heiliger und Hengst zugleich" zu sein. Doch wer ihn kennt, weiß: Atze wird nicht über Nacht zum Heiligen!

Vielmehr kriegen eine Menge Leute ihr Fett weg - ob Promi-Mütter wie Britney Spears, Promi-Väter wie Boris Becker, oder einfach nur die berühmten Kinder von Müttern wie Amy Winehouse. Irgendwie passt doch jeder zum Thema. Aber auch an lebensnahen Mutter-Beobachtungen fehlt es nicht, und natürlich darf die Rolle des Mannes bei der ganzen Sache auch nicht unterschätzt werden. Nicht zu vergessen, Atzes Lieblingsthema: sein Porsche. Denn was wäre der Prolet mit Lockenhaube und Pornobrille ohne seinen Porsche!

Das Publikum hat Atze schon vom ersten Gag an auf seiner Seite. Seine Devise: "Das ist die wahre Comedy - die Sachen, die wirklich passieren!" Ob tatsächlich alles der Wirklichkeit entspricht, sei mal dahingestellt. Man könnte das Motto auch anders zusammenfassen: "Je flacher, desto besser". Und es funktioniert! Ob bei Mann oder Frau - der Comedian erntet einen Lacher nach dem nächsten. Das ist Atze, wie ihn seine Fans lieben.

Gegen Ende wird's dann noch mal sentimental: Atze sinnt, in blaues Licht getaucht, über sein Leben nach und kommt zu der Erkenntnis: "Kein Porsche wird jemals vor meinem Bett stehen und sagen, Papa ich hab dich lieb". Sein Appell an sich und das Publikum: Kinder kriegen! kme