Heizöltanks im Saarland gut gefüllt

Heizöltanks im Saarland gut gefüllt

Die rund 100 000 Besitzer von Ölheizungen im Saarland haben in diesem Winter viel weniger fürs Heizen ausgeben müssen als in früheren Jahren. So sieht es der Verband für Energiehandel.

Die Heizöltanks im Saarland wie in ganz Deutschland sind im Durchschnitt so voll wie kaum je zuvor. Von einem "historischen Höchststand" spricht Hans-Jürgen Funke, Geschäftsführer des Verbandes für Energiehandel Südwest-Mitte (VEH). Die Verbraucher hätten auf die stark gefallenen Ölpreise reagiert "und ihre Tanks überproportional befüllt", sagte er. Allein im Januar kauften die Heizungsbesitzer nach VEH-Angaben über ein Viertel mehr Heizöl als im Vorjahresmonat. Im März lagen die Preise rund 20 Prozent unter Vorjahresniveau. Auch der Winter sei relativ mild gewesen. Daher sei die gerade zu Ende gehende Heizsaison für die rund 100 000 Besitzer von Ölheizungen im Saarland positiv verlaufen, sagte Funke gestern in Saarbrücken . Er schätzt, dass die Verbraucher etwa 20 Prozent weniger fürs Heizen ausgeben mussten als im Winter zuvor.

Der Preis für 100 Liter Heizöl liegt derzeit laut VEH im Schnitt zwischen 66 bis 68 Euro - bei einer Gesamtliefermenge von 3000 Litern. Funke rechnet damit, dass sich der Preis in den kommenden Monaten auf diesem Niveau halten wird.

Dass viele Tanks jetzt bis zum Rand befüllt sind, "wird für den Heizölhandel zu einer Herausforderung", sagte Funke. "Wir kommen jetzt in eine Phase, in der sich der Absatz für längere Zeit auf einem deutlich niedrigeren Niveau bewegen wird." Die Branche ist seit Jahren unter Druck, weil Öl-Heizungen effizienter werden und manch einer auf Gas oder erneuerbare Energien umstellt und daher weniger Öl gebraucht wird. Heute seien im Saarland noch gut 40 Betriebe am Markt, die Öl und andere Brennstoffe verkauften. Zu Zeiten, als im Saarland noch in großem Stil Kohle gefördert wurde, seien es noch 120 gewesen, sagte Ulrich B. Schönbucher, Saarbrücker Brennstoffhändler und Vorstandsmitglied des VEH Südwest-Mitte. Die Betriebe reagieren, indem sie die Produktpalette auf Pellets, Holz sowie vereinzelt auch auf Strom und Gas ausweiten und Energiedienstleistungen anbieten.

Verbandsgeschäftsführer Funke appellierte an die Besitzer alter Ölheizungen, einen neuen Heizkessel anzuschaffen. Im Saarland sind rund 43 Prozent der Ölheizungen laut VEH älter als 20 Jahre, elf Prozent älter als 30 Jahre. "Mit moderner Brennwerttechnik kann der Verbrauch an Heizöl um bis zu 40 Prozent gesenkt werden", sagte er. Für den Kesseltausch könnten die Verbraucher zum Beispiel von der staatlichen Förderbank KfW zehn Prozent Zuschuss erhalten, dazu noch 300 Euro über die Aktion "Deutschland macht Plus" des Instituts für Wärme und Öltechnik bei Einbau einer Öl-Brennwerttechnik-Heizung. Außerdem sei die Förderung von Solaranlagen, Biomasse und Wärmepumpen nach dem Marktanreizprogramm erhöht worden. Dass die energetische Sanierung nicht vorankommt, erklärte Funke zum einen mit unübersichtlichen Förderprogrammen, zum anderen mit fehlenden steuerlichen Anreizen. "Steuern werden immer gerne gespart." Auf Abschreibungsmodelle konnte sich der Gesetzgeber aber bisher nicht verständigen.

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