Heinz Strunks Hilfestellung für Botho Strauß

Um es vorweg zu nehmen: Wer den Autor Heinz Strunk ("Fleisch ist mein Gemüse") und seine humorvollen Bücher mag, wird Botho Strauß nicht unbedingt mögen. Denn Letzterer besitzt zwar Sprachgewalt und Tiefgang, aber wenig Witz, mikroskopisch klein zwischen den Zeilen versteckt.Dennoch gibt sich Strunk nun mit einer von ihm herausgegebenen Sammlung von Strauß-Texten als großer Bewunderer zu erkennen.

"Ich kenne keinen, der ihm gleichkommt. Botho Strauß ist der Autor meines Lebens", so heißt es im Klappentext von "Der zurück in sein Haus gestopfte Jäger", während der so Gehuldigte artig zurückgibt: "Es ist ein Glück für mich, einen klugen Autor zum Leser zu haben." Mit Unterhaltung haben die zwischen 1987 und 2013 entstandenen Texte des Bandes wenig gemeinsam; dem Leser sei, wenn er seine Ratlosigkeit verringern möchte, empfohlen, zunächst Strunks Nachwort zu lesen. Dessen Beschreibung der Entdeckung von Strauß (im Alter von 22 in der Harburger Bücherhalle), der Wucht, mit der die Texte Strunk trafen und des Sammelns und Zusammenklebens der Lieblingsstellen ("um sie sehr ausgesuchten Freunden zu sehr ausgesuchten Anlässen zu schenken"), all das erleichtert den Zugang.

Strunks Bedienungsanleitung: "Meine eigene Wahrnehmung ist, dass die Texte nachhaltiger wirken, wenn man sie sich in nur geringen Dosen zuführt." Tatsächlich, hier empfiehlt sich langsames Konsumieren - von sagenhaft präzisen Beobachtungen und dem "untrüglichen Gefühl für Komposition und Melodie, vor allem aber für den Rhythmus", wie Strunk findet.

Botho Strauß : Der zurück in sein Haus gestopfte Jäger.

Herausgegeben von Heinz Strunk , 166 Seiten, 9,99 Euro.

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