Hanne Darbovens Werke ziehen zurück in ihr einstiges Wohnhaus

Hanne Darbovens Werke ziehen zurück in ihr einstiges Wohnhaus

Hamburg. Die Konzeptkünstlerin Hanne Darboven (1941-2009) hat etwa 450 000 Blätter hinterlassen, allein eines ihrer Hauptwerke, das Requiem, besteht aus 45 000 Seiten. Um ihre Arbeiten wissenschaftlich zu erfassen und der Allgemeinheit zugänglich zu machen, hat die Hanne Darboven Stiftung ihr ehemaliges Wohnhaus in Rönneburg zurückgekauft

Hamburg. Die Konzeptkünstlerin Hanne Darboven (1941-2009) hat etwa 450 000 Blätter hinterlassen, allein eines ihrer Hauptwerke, das Requiem, besteht aus 45 000 Seiten. Um ihre Arbeiten wissenschaftlich zu erfassen und der Allgemeinheit zugänglich zu machen, hat die Hanne Darboven Stiftung ihr ehemaliges Wohnhaus in Rönneburg zurückgekauft. Gestern sollte die Villa bei einer offiziellen Schlüsselübergabe in das Eigentum der Stiftung übergehen. Die öffentlichkeitsscheue Künstlerin lebte dort am Rande von Hamburg-Harburg auf dem Anwesen ihrer Familie, in das sie nach Aufenthalten in Paris und New York 1969 zurückkehrt war. Hanne Darboven zählt zu den wichtigsten Künstlerinnen der Gegenwart. Nach ihrem Studium in Hamburg setzte sie ihre Ausbildung 1966 in New York fort. Beeinflusst von Künstlern der Minimal Art, fand sie früh zu einer eigenen Ausdrucksform. Bekannt wurde sie durch ihre Schreibzeichnungen, die auf Zahlenoperationen - Ausschreibungen von Ziffern - sowie rhythmischen Linien und Durchstreichungen beruhen. Dabei ging es ihr vor allem um die Strukturierung von verrinnender Zeit und Erinnerung.Im Erdgeschoss der Villa sollen in Zukunft Ausstellungen und Kulturprogramme für ein öffentliches Publikum zugänglich sein. Im Obergeschoss bietet sich genug Platz, um die Arbeiten wissenschaftlich zu erfassen.

Die Evaluierung ihrer Werke ist besonders wichtig für den zwischen 2013 und 2017 geplanten Hanne Darboven Ausstellungszyklus, der im Herbst 2013 in den Deichtorhallen in Hamburg und in der Sammlung Falckenberg beginnen wird. dpa