Hand und Fuß für Auge und Ohr

Hand und Fuß für Auge und Ohr

Lebach. Normalerweise hört man in einer Kirche die Orgel. Aber bei Organistin Barbara Dennerlein (Foto: SZ) ist nicht das Normale, sondern der Superlativ Standard. Das war auch nicht anders, als sie am Freitag auf Einladung des Lionsclub Lebach in der dortigen Dreifaltigkeitskirche gastierte

Lebach. Normalerweise hört man in einer Kirche die Orgel. Aber bei Organistin Barbara Dennerlein (Foto: SZ) ist nicht das Normale, sondern der Superlativ Standard. Das war auch nicht anders, als sie am Freitag auf Einladung des Lionsclub Lebach in der dortigen Dreifaltigkeitskirche gastierte. Eine Videokamera schickte Bilder der Musikerin auf eine Großleinwand im Altarraum und zeigte die mit Händen und Füßen über Pedale und Manuale der Kirchenorgel tanzende Musikerin. Ein Konzert nicht nur fürs Ohr, sondern auch fürs Auge. Es ist die Idealform des Gesamtkunstwerk Barbara Dennerlein, das alle Instrumente eines Orchesters oder einer Combo unter den Händen hat und dazwischen ihr Programm moderiert.

Die Mission war eindeutig: Der Kirchenorgel mehr Jazz und Swing zu entlocken, wobei ihre Hommage an die Hammond-Legende Jimmy Smith den veränderten Klangraum notwendig brauchte und auch ihr mit der Staatsphilharmonie Rheinland-Pfalz eingespieltes "Change of Pace" in der Vielgestalt des Klangs der Kirchenorgel große Kraft hatte. Mehr als ihre Meditationsklänge mit Wohlfühlcharakter, die bei aller Klangfülle eher lau blieben.

Ihre im Altarraum aufgebaute Hammond B3 übernahm den geistlichen Part, Ausflüge in Latin-Sound und Boogie-Woogie eingeschlossen. Schon wimmerte der wunderbare Jammerkasten in "Going home" den Blues, vermischt mit Bach-Zitaten. Das zeichnet dieses Wechselspiel von Kirchen- und Hammondorgel aus: das Kreuzen von Spieltechniken und Kompositionsweisen. Es gelingt, wenn die Klangeigenschaften des Instruments betont werden - wie eben bei Barbara Dennerlein. sg