| 21:17 Uhr

Händler planen Einstieg bei Opel

Wien/Moskau/Detroit. Die europäischen Opel-Händler wollen sich an der Rettung des angeschlagenen Autobauers beteiligen. Die rund 4000 Händler strebten eine Minderheitsbeteiligung von bis zu 15 Prozent an und wollten dazu bis zu 500 Millionen Euro aufbringen, sagte der Chef des Händlerverbandes Euroda, Jaap Timmer, am Freitag

Wien/Moskau/Detroit. Die europäischen Opel-Händler wollen sich an der Rettung des angeschlagenen Autobauers beteiligen. Die rund 4000 Händler strebten eine Minderheitsbeteiligung von bis zu 15 Prozent an und wollten dazu bis zu 500 Millionen Euro aufbringen, sagte der Chef des Händlerverbandes Euroda, Jaap Timmer, am Freitag. Demnach soll in den kommenden drei Jahren pro verkauftem Auto 150 Euro in einen Fonds eingezahlt werden. Die Händler müssten sich nun unter anderem mit der Bundesregierung und Investoren wie Fiat und Magna abstimmen. Daneben hat am Freitag auch Russlands größtes Finanzinstitut Sberbank erstmals öffentlich Interesse an einer Übernahme des deutschen Autobauers Opel bekundet. "Wir prüfen derzeit die Finanzdokumente für eine mögliche Beteiligung an diesem Geschäft", sagte der Sberbank-Chef German Gref in Moskau. Seit einigen Wochen war spekuliert worden, dass die Bank gemeinsam mit dem russichen Autobauer Gaz 30,1 Prozent der Opel-Anteile übernimmt. Zum Konsortium gehöre ferner der österreichisch-kanadische Autozulieferer Magna mit 19,9 Prozent. Auch die jetzige Opel-Mutter General Motors solle demnach mit bis zu 40 Prozent weiterhin dabei sein.Der amerikanische Autohersteller rechnet unterdessen immer mehr mit einem Gang in die Insolvenz. "Das ist wahrscheinlich", sagte GM-Chef Fritz Henderson in einem Fernseh-Interview der US-Wirtschaftsagentur Bloomberg. Im Fall der Insolvenz werde General Motors voraussichtlich ähnlich vorgehen wie der Wettbewerber Chrysler. Die Opel-Mutter GM würde dann ihre überlebensfähigen Teile an eine neue Einheit verkaufen, die das Insolvenzverfahren möglichst rasch wieder verlassen soll. Medienberichten zufolge könnte der US-Konzern bereits bis zum Monatsende Insolvenz anmelden. afp/dpa