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Haarige Therapie

Meinung: Haarige Therapie

Meinung:

Haarige Therapie



Von Pia Rolfs

Die Welt wird immer wahnsinniger. Viele Arbeitnehmer halten nur mit Psychopharmaka durch, Frauen fühlen sich unverstanden, die Sonne verdunkelt sich. Erst jetzt wissen wir, woran all das liegt: Die Deutschen gehen nicht mehr oft genug zum Frisör.

Jeder Fünfte schneidet sich die Haare selbst, und mancher Mann glaubt womöglich, seine spärliche Haarpracht brauche gar keine professionelle Pflege mehr. Ein schwerer Irrtum! Denn natürlich geht es beim Frisör nicht in erster Linie ums Haareschneiden. Sondern um die wertvollen Gespräche mit einer Vertrauensperson, die Aufputschmittel und Beruhigungspillen ersetzen. Sie erhalten die psychische Gesundheit - kein Wunder also, dass die Menschheit beim Verzicht darauf immer weiter durchdreht und selbst die Sonne dieses Elend nicht mehr sehen will. Vermutlich glaubt heute sogar mancher Frisör-Muffel, die partielle Finsternis hätte noch gar nicht aufgehört. Dabei ist das, was seinen Blick auf die Sonne teilweise verdeckt, nur sein zu lang geratener Pony.