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Saarbrücken
Guter Schlaf fördert wie Sport die schlanke Linie

Chronischer Schlafmangel kann uns fett und krank machen.
Chronischer Schlafmangel kann uns fett und krank machen. FOTO: dpa-tmn / Jens Kalaene
Saarbrücken. (ml) Neben einer ausgewogenen Ernährung trägt körperliche Aktivität zum Abnehmen bei und hilft, das niedrigere Gewicht zu halten. Um nennenswert Kalorien zu verbrauchen, ist allerdings eine ausreichend hohe Intensität beim Ausdauer- und beim Krafttraining erforderlich.

Jede körperliche Aktivität bringt Vorteile. Muskeln, die gefordert werden, brauchen mehr Energie und verbrennen Zucker und Fette. Das Krafttraining verhindert zudem den schleichenden Verlust von Muskelmasse mit zunehmendem Alter. Ein guter Trainingszustand hilft auch, das gestörte Sättigungsgefühl wieder zu regulieren. Bei einem bewegungsarmen Lebensstil sind bei Low Carb rund 100 Gramm Kohlenhydrate am Tag erlaubt. Bei anstrengender körperlicher Aktivität sind es 150 Gramm Kohlenhydrate. Eine Stunde schweißtreibender Sport bedeutet also 50 Gramm zusätzliche Kohlenhydrate. 150 Gramm entsprechen beispielsweise 180 Gramm Nudeln oder zwei Scheiben Vollkornbrot.


Wer jahrelang keinen Sport betrieben hat, wird sich damit schwer tun. Doch allein durch clevere Sättigungsmaßnahmen mit wasserreichem Gemüse und Salat sowie dem Umstieg von stark zuckerhaltigen Softdrinks und Fruchtsäften auf Wasser oder Tee spart man pro Tag 200 bis 300 Kilokalorien ein.

Den Wenigsten dürfte bekannt sein, dass chronischer Schlafmangel fett und krank machen kann. Wenn wir schlafen, laufen im Körper wichtige Reparatur- und Regenerationsprozesse ab. Beispielsweise schüttet unser Immunsystem im Tiefschlaf vermehrt Wachstumshormone aus, die den Fettabbau im Bauchraum ankurbeln und die Neubildung von Proteinen in Muskeln, Knochen und anderen Geweben unterstützen. Bei Schlafmangel produzieren unsere Fettzellen viel weniger Sättigungshormone, während im Magen mehr appetitsteigernde Hormone gebildet werden. Daher lechzt der Körper am nächsten Tag nach Kohlenhydraten.



Zudem steigt bei Schlafmangel die Konzentration des Stresshormons Cortisol an, das den Appetit ebenfalls steigert und das Wachstum der Fettzellen im Bauchraum beschleunigt. „Schlafmangel ist ein Risikofaktor für Fettleber, Übergewicht, Typ-2-Diabetes und Herz-Kreislauf-Erkrankungen“, sagt der Ernährungsexperte Nicolai Worm.