Glosse: Grüße an den Einbrecher

Glosse : Grüße an den Einbrecher

Die Jugend hat es schwer. Da steht ihr nun die Hochsaison für Instagram-Fotos bevor, von den Älteren ahnungslos „Sommerurlaub“ genannt. Und schon wird ihr diese langersehnte Zeit madig gemacht.

So rät die Polizei, Urlaubsgrüße in sozialen Netzwerken zu meiden, um Einbrecher nicht auf die leerstehende Wohnung aufmerksam zu machen. Das zeigt eine völlige Verkennung der Realität. Denn warum sollte denn ein junger Mensch überhaupt auf Reisen gehen, wenn er davon keine Fotos in sozialen Netzwerken posten kann? Auch der Hinweis, damit bis nach dem Urlaub zu warten, kann nur von einem Digital Oldie kommen. Gehen doch in der Zeit bis dahin wertvolle Follower verloren! Das schafft Stress nach der Rückkehr und macht alle Erholung zunichte.

Realistischer scheint es da, dem potenziellen Einbrecher gleich Grüße vom Urlaubsort zu posten – am besten mit Hinweis auf die wichtigsten Wertgegenstände in der Wohnung, damit er nicht erst suchend herumwühlen muss. Mit etwas Glück ist der Einbrecher dann ebenfalls so vernarrt in soziale Medien, dass er von sich und seiner coolen Beute am Tatort gleich ein Selfie macht – und das postet.