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Leserbrief Landtagswahl in Bayern
Hoch der Grünen nur ein Strohfeuer

 Aufgrund der herben Wahlniederlage der CSU bei den Landtagswahlen wird die Welt nicht untergehen. Die CSU hat in den vergangenen Jahren zuweilen einen selbstherrlichen Eindruck hinterlassen.

Sie ernannte sich und das ganze Land zur „Vorstufe zum Paradies“, ohne zu realisieren, dass auch in Bayern viele Menschen alles andere als in paradiesischen Zuständen leben. Mittels einer Koalition mit einem Regierungspartner besteht in der kommenden Legislaturperiode für die Partei die Chance der „Erdung“. Die CSU ist jedoch auch ihrer eigenen erfolgreichen Wirtschaftspolitik zum Opfer gefallen. Kein anderes Bundesland steht ökonomisch so gut da wie Bayern, dem Land, in dem das Wort „Arbeitslosigkeit“ beinahe zum Fremdwort geworden ist und Fachkräfte sich wie im Arbeiterparadies fühlen können. In diesem wirtschaftspolitisch glänzenden Umfeld scheinen sich viele Bürger um die eigene wirtschaftliche Situation noch die geringsten Sorgen zu machen. Man vergisst jedoch, dass diese besonders gute wirtschaftliche Lage selbst für Bayern eher einen Ausnahmefall darstellt. Große Sorgen bereitet den Bürgern hingegen (zurecht) die insbesondere in Ballungsgebieten prekäre Wohnungssituation. Bezahlbares Wohnen wird dort zusehends zum Luxusgut. Die bayerische Staatsregierung hat sich diesem Alltagsproblem viel zu spät gewidmet. Der Aufschwung der Grünen in Bayern könnte sich bald als ein „Strohfeuer“ erweisen. Denn sollte die stark exportabhängige bayerische Wirtschaft aufgrund weltweiter Turbulenzen zu schwächeln beginnen, werden bei den Bayern angesichts der eigenen ökonomischen Perspektive „grüne“ Themen wieder in den Hintergrund treten.


Alfred Kastner, Weiden (Oberpfalz)