Google-Managerin soll Yahoo retten

Google-Managerin soll Yahoo retten

Sunnyvale. Der schwächelnde Internetpionier Yahoo holt sich Kompetenz von seinem größten Rivalen: Google-Managerin Marissa Mayer wird neue Chefin von Yahoo, wie der Yahoo-Aufsichtsrat am Montag einstimmig beschloss. Mit ihrer "beispiellosen Erfahrung in den Bereichen Technologie, Design und Produktvermarktung" sei sie "die Chefin, die Yahoo braucht"

Sunnyvale. Der schwächelnde Internetpionier Yahoo holt sich Kompetenz von seinem größten Rivalen: Google-Managerin Marissa Mayer wird neue Chefin von Yahoo, wie der Yahoo-Aufsichtsrat am Montag einstimmig beschloss. Mit ihrer "beispiellosen Erfahrung in den Bereichen Technologie, Design und Produktvermarktung" sei sie "die Chefin, die Yahoo braucht".Mayer war eine der ersten Mitarbeiterinnen bei Google - ihr Mitarbeiterausweis trägt die Nummer 20. Sie war damit die erste Frau, die eine Ingenieursstelle bei dem heutigen Internetriesen besetzte. Bei Google war sie zunächst für die Suchmaschine zuständig, sie soll unter anderem die spartanische Startseite der Google-Suche mitverantwortet haben. Zuletzt war sie unter anderem für den Kartendienst Google Maps und die lokale Google-Suche zuständig. Insgesamt war sie in den 13 Jahren ihrer Google-Karriere für mehr als 100 Dienste und Funktionen von Google zuständig.

Mit dem früheren Internet-Star Yahoo ging es nach der Jahrtausendwende bergab. Vor allem die Konkurrenz von Google macht Yahoo seitdem schwer zu schaffen.

Zuletzt hat Yahoo eine unruhige Zeit durchlebt: Allein im vergangenen Jahr standen fünf verschiedene Chefs an der Konzernspitze. Vor zwei Monaten musste Scott Thompson gehen - wegen eines geschönten Lebenslaufs.

"Ich freue mich unglaublich, meine Rolle bei Yahoo morgen anzutreten", schrieb Mayer beim Kurzbotschaften-Dienst Twitter. Nur wenige Stunden später verkündete die 37-Jährige auf diesem Wege auch noch, dass sie im Oktober ihr erstes Kind erwartet - einen Jungen.

Beobachter des Silicon Valley begrüßten die Berufung Mayers größtenteils. "Sie ist klug, eine Macherin, sie kennt das Internet so gut wie kaum jemand sonst", sagte Danny Sullivan von "Search Engine Land".

Kritiker merkten allerdings an, dass Mayer nicht zum aktuellen Profil von Yahoo passe. Der Analyst Shar Van Boskirk von Forrester etwa fürchtet den x-ten Wandel in der Strategie von Yahoo. Er fürchtet, dass sich das Unternehmen, das sich zuletzt auf Medien konzentrierte, jetzt wieder einen neuen Weg einschlägt.