Golden Globes 2019: "Green Book" räumt drei Trophäen ab

Preisverleihung : „Green Book“ und „Bohemian Rhapsody“: Biografien räumen ab

Den Top-Globe als bestes Filmdrama gewinnt das Werk über Queen-Frontmann Freddie Mercury. „Green Book“ thematisiert Rassismus in den USA - und holt gleich drei Trophäen. Weniger Glück haben die deutschen Nominierten.

Der Golden Globe für das beste Drama geht in diesem Jahr an den Film „Bohemian Rhapsody“ über Queen-Frontmann Freddie Mercury. Das gab der Verband der Auslandspresse in der Nacht zum Montag in Beverly Hills bekannt. Insgesamt gewann das Werk von Bryan Singer zwei Trophäen: Hauptdarsteller Rami Malek (37) holte auch die begehrte Auszeichnung als bester Schauspieler in einem Filmdrama. In der Kategorie Beste Komödie/Musical gewann Peter Farrellys „Green Book“ über Rassismus in den USA in den 1960er Jahren den Hauptpreis. Die deutschen Nominierten gingen dagegen leer aus.

Bei der Verleihung gab es noch weitere Preise für „Green Book“: Als bester Nebendarsteller gewann Mahershala Ali seine erste Golden-Globe-Trophäe. In der Filmbiografie spielt er einen schwarzen Jazz-Pianisten, der in den 1960er Jahren mit seinem weißen Chauffeur (gespielt von Viggo Mortensen) durch die US-Südstaaten reist. Auch die Auszeichnung für das beste Drehbuch ging an „Green Book“.

Die 71-jährige Hollywoodlegende Glenn Close freute sich über die Auszeichnung als beste Schauspielerin in einem Drama. Sie holte ihren dritten Golden Globe für ihren Part in „The Wife“. Ihre britische Kollegin Olivia Colman nahm eine Auszeichnung als beste Hauptdarstellerin in der Sparte Komödie/Musical mit nach Hause. Sie spielt in der Tragikomödie „The Favourite – Intrigen und Irrsinn“ von Yorgos Lanthimos die britische Queen Anne im frühen 18. Jahrhundert.

Auch bei den Männern gewann ein Brite: Christian Bale wurde für seine Rolle als ehemaliger US-Vizepräsident Dick Cheney in der Politsatire „Vice“ mit dem Globe als bester Hauptdarsteller in einer Komödie geehrt.

Die amerikanische Sängerin und Schauspielerin Lady Gaga (32) wiederum konnte über einen Golden Globe für den besten Filmsong jubeln. Der Verband der Auslandspresse würdigte das Lied „Shallow“ aus dem Musikdrama „A Star Is Born“. Lady Gaga teilt sich den Preis mit Mark Ronson, Anthony Rossomando und Andrew Wyatt.

Als bester Regisseur gewann der Mexikaner Alfonso Cuarón für das Schwarz-Weiß-Drama „Roma“. Er holte mit dem Werk über das Leben von Haushälterinnen im Mexiko der 70er Jahre auch den Preis in der Sparte „bester nicht-englischsprachiger Film“.

Damit setzte er sich unter anderem gegen den deutschen Beitrag „Werk ohne Autor“ von Florian Henckel von Donnersmarck durch. Auch Daniel Brühl ging leer aus. Der 40-Jährige war für seine Rolle in der Krimiserie „The Alienist“ im Rennen gewesen. Den Preis in der Kategorie als bester Hauptdarsteller in einer Mini-Serie holte aber Darren Criss für „The Assassination of Gianni Versace“. Im vergangenen Januar hatte das deutsche NSU-Drama „Aus dem Nichts“ von Fatih Akin den Golden Globe als bester Auslandsfilm gewonnen.

Zu den großen Gewinnern der Globes zählt auch die Krimiserie „The Assassination of Gianni Versace“ um den Mord am italienischen Modedesigner.Die Macher holten am Sonntag (Ortszeit) die Trophäe in der Kategorie als beste Mini-Serie. Außerdem gewann Darren Criss einen Golden Globe, der in der Serie den Mörder Andrew Cunanan spielt. Cunanan hatte Versace 1997 in Miami ermordet.

Regisseur Ryan Murphy erinnerte in seiner Dankesrede daran, dass Homophobie - Versace war homosexuell - bis heute ein Problem sei. „Unsere Serie dreht sich um eine bestimmte Zeit, aber diese Kräfte sind nicht historisch. Sie sind hier, sie sind unter uns und wir müssen Widerstand leisten.“ Künstler im Filmgeschäft müssten diejenigen vertreten, die noch nicht ausreichend vertreten seien.

Darren Criss setzte sich gegen den deutsch-spanischen Schauspieler Daniel Brühl durch, der nach seiner zweiten Nominierung für einen Golden Globe erneut leer ausging. Brühl war für seine Rolle in der Krimiserie „The Alienist“ („Die Einkreisung“) im Rennen. Er spielt darin einen Psychologen, der in New York im Jahr 1896 eine Mordserie aufklären soll. 2014 war Brühl schon einmal für seine Rolle im Formel-1-Drama „Rush - Alles für den Sieg“ nominiert, dann gewann aber Jared Leto mit „Dallas Buyers Club“.

Als beste TV-Serien gewannen der Spionage-Thriller „The Americans“ und die Comedy-Serie „The Kominsky Method“ über einen in die Jahre gekommenen Schauspieler. Gespielt wird dieser von Michael Douglas, der zugleich einen Golden Globe als bester Hauptdarsteller in einer Musical- oder Comedy-Serie gewann.

Die seit 1944 vergebenen Golden Globe Awards sind die wichtigsten Filmpreise nach den Oscars. Über die Gewinner entscheidet eine Gruppe von knapp 100 internationalen Journalisten, die seit langem in Hollywood arbeiten.

(cpas/dpa)
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