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Was ist faul im Saarland?
Bananen im Lyonerland

FOTO: Robby Lorenz / SZ
Bananenrepublik Saarland? Stimmt gar nicht. Oder doch? Es ist was faul im Lyonerland. Von Thomas Schäfer
Thomas Schäfer

Viele Leser weisen uns in diesen bewegten Zeiten darauf hin, dass wir im Saarland inzwischen ja wohl eindeutig in einer Bananenrepublik leben. Nur weil zum Beispiel in Homburg zeitgleich gegen drei Bürgermeister ermittelt wird, und der eine oder andere Multifunktionär gerade erlebt, dass das Rechtssystem in diesem Land dann doch ganz ordentlich funktioniert. Das spricht schon mal gegen die Bananenrepublik. Und auch das legendäre Polit-Experiment namens Jamaika, wo die wohlschmeckende gelbe Frucht anders als bei uns tatsächlich wächst, ist hierzulande doch längst passé.


Bleiben wir also das Lyonerland? Die ewige Fleischwurstrepublik? Dieses fade Image wollte ausgerechnet der spätere Jamaika-Erfinder Peter Müller abschaffen. „Es hat sich auslyonert in diesem Land – geschafft muss genn“, hatte er Mitte der Neunziger seinen Parteifreunden von der CDU zugerufen, um im gleichen Atemzug den damaligen Regierungschef Lafontaine als „faulsten Ministerpräsidenten dieser Republik“ zu beschimpfen. Lang, lang ist’s her. Irgendwie war also schon immer irgendwas faul in diesem Land. Nicht nur manche Banane.