| 21:15 Uhr

Es bleibt genug zum Rätseln
Was alles wahr sein kann

FOTO: SZ / Robby Lorenz
Mancher Beutel Lisdorfer Kartoffeln kommt aus Frankreich. Im Saarlouiser Humpen treffen sich linksalternative Jugendliche. Jemand bringt ein Hochzeitskleid in eine Reinigung, es wird aber nie wieder abgeholt. Den Rathaussturm am Fetten Donnerstag haben Zehntausende bejubelt und so ihr Bekenntnis zu Leitkultur und Heimat abgelegt, womit ein Kernthema des neuen Heimat-Ministers Horst Seehofer definiert wäre.

Alles Sätze, die mit SZ-Artikeln dieser Woche zu tun haben. Nur zwei Sätze sind wahr. Die anderen sind falsch. Rätseln wir: Welche sind wahr?


Nicht der mit der Traditions­kneipe Humpen. Da trafen sich vor 30, 40 Jahren die Linksalternativen. Heute nicht mehr. Wo sind sie geblieben? Nicht der mit der Fastnacht. Wieso wird trotzdem die öffentliche Verwaltung länger lahmgelegt als zu Weihnachten? (das mit dem Heimat-Minister stimmt).

Wahr ist: Die Kartoffeln, die in einem Geschäft groß als Lisdorfer angepriesen wurden, obwohl im Kleingedruckten stand: aus Frankreich. Wie ist das möglich in einer EU, der regionale Herkunftsbezeichnungen heilig sind?



Über nichts aber rätselten wir so innig wie über das mysteriöse Hochzeitskleid, das nie mehr aus der Reinigung abgeholt wurde. Das ist der zweite wahre Satz. Welche Tragödie mag sich in Lebach abgespielt haben? Vor oder nach der Hochzeit. Wahr oder falsch – sage niemand, unsere Welt werde geheimnislos und lasse uns nichts mehr zu rätseln!