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Glosse
Hasselhoff auf Saarländisch

Ein sprechendes Auto? Ist doch ein alter Hut. Trotzdem tönt es aus dem Land der Spätzle mal wieder wie eine bahnbrechende Innovation: Mercedes Benz bringt die schwätzende Schwaben-Schleuder in Umlauf, das erste Auto mit eigenem Sprachassistenten! Ab März reicht dann ein einfaches „Hey Mercedes“ vom Fahrer, und das Gefährt antwortet auf Anweisung, aktiviert das Radio, sagt Routen an, nennt die tagesaktuellen Baukosten von Stuttgart 21. Von Frauke Scholl
Frauke Scholl

Und was ist mit David Hasselhoff? Den gepflegten Auto-Dialog hat der „Knight Rider“ doch schon in den 80ern vorgemacht. Na gut, etwas ist doch neu. Während der schwarze Flitzer Kitt damals gestochene Hochsprache parlierte, werden die Ländle-Benze vermutlich klingen wie ein Mix aus Wolfgang Schäuble und Jogi Löw. Klingt ja auch viel netter, so ein Dialekt-Schlitten. Deshalb muss auch die Saar-Autobranche fix handeln. Denn wer könnte einem Fahrzeug widerstehen, das einen begrüßt mit „Unn?“, auf dem Feierabend-Weg jubiliert mit „Nix geschafft hann mir schnell“, im Angesicht eines Blitzers zu „Graadselääds“ anspornt und selbst aus der Ferne erklärt, wo der Autoschlüssel liegt: „Lu mo lo…“ Oh leck, das wär was.