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Glosse
Tag der Entscheidung – oder?

FOTO: Robby Lorenz / SZ
Da ist er also, der 4. Dezember – ein lange erwarteter, womöglich historischer Tag. Ein weiterer Markstein im neuen bundespolitischen Trend zu Termin-Geschäften, nach denen Entscheidungen erst vergeigt und dann fristgerecht neu versprochen werden: bis Sonntag um 18 Uhr, bis zum Tag nach der x-ten Sitzung, bis nach der Sonnenwende, wenn der Mond im siebten Haus steht, und so weiter. Heute ist der nächste Tag, an dem aber-wirklich-absolut-endgültig gesagt werden soll, was Sache ist. Bei der SPD-Spitze, die erhellen will, wie es kürzlich lief im Schloss Bellevue und ob sie jetzt doch Lust zur Groko hat. Und bei der CSU, die über den Verbleib ihres Alpha- und Grokotiers Horst entscheidet. Von Frauke Scholl
Frauke Scholl

Historisch gesehen gibt der 4. Dezember durchaus Mut zur Größe. Spielt zum Beispiel eine Rolle für Karl den Großen und einen Frieden nach dem Dreißigjährigen Krieg. Parallelen zur Gegenwart sind den Grokopferten an Spree und Isar durchaus zuzutrauen. Aber vermutlich kommt doch wieder was dazwischen. Dann warten alle weiter, auf den nächsten Markstein – oder das nächste Datum, das ein guter alter Bekannter ist: der St. Nimmerleinstag.