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Post für Elon Tusk
Schreib mal wieder

Man könnte es trotzig nennen, dass Anke Rehlinger und Tobias Hans im Jahr 2018 die fast vergessene Kunst des Briefeschreibens hochhalten – ausgerechnet dann, wenn sie im Tech-Mekka Palo Alto für die Zukunft der Saar als E-Mobilitäts-Standort werben. Von Ulrich Brenner
Ulrich Brenner

Das Schreiben, das sie jetzt auf edlem Papier an Tesla-Chef Elon Musk schickten, ging sogar – wie die Staatskanzlei hervorhob – in Englisch Richtung Silicon Valley raus. Dabei verschont jetzt selbst die altehrwürdige Deutsche Bahn junge Menschen vom Verfassen von Briefen – sogar auf Deutsch. Ein paar Klicks bei einer Online-Plattform reichen nun für eine Bewerbung. Die jungen Leuten seien froh, nicht viel schreiben zu müssen, sagte eine Personalerin. Vielleicht will die Bahn auch nur sprachliche Entgleisungen vermeiden, da ihre Waggons – wie jetzt in Bous – ja nicht immer die Spur halten können. Oder Bahn-Mitarbeiter verstehen eh nur noch Emojis.


Bei Anliegen zum Zugverkehr sollten Rehlinger und Hans daher ihre Vorliebe für alte Kulturtechniken hintanstellen und die Bahn nicht mit Briefen überfordern. Besser mal ’ne Whatsapp schicken. Vielleicht werden ja dann endlich die Fernverbindungen ab Saarbrücken besser.