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Glosse
Das letzte Wort

FOTO: dpa
Im Zeitalter ständiger Debatten wird es immer wichtiger, das letzte Wort zu haben. Weiß doch sonst möglicherweise nicht jeder, wie Recht man wieder einmal hatte.

Mit steigender Lebenserwartung möchten aber manche nicht nur bis zum letzten Atemzug, sondern auch posthum mitreden. Deswegen will Moderator Jean Pütz einen QR-Code auf seinem Grabstein, der beim Scannen seine Worte wiedergibt: „Dankeschön, es war ein wunderbares Leben.“ Schauspieler Peter Lohmeyer wünscht sich den Grabstein-Spruch: „Steh auf, wenn du Schalker bist.“ Das könnte auf dem Friedhof schwierig sein.


Möglich wären auf dem Grabstein auch letzte Scherze. „Komme gleich wieder“ wurde in dieser Kolumne ja schon vor langer Zeit angeregt. Moderner könnte heute sein: „Achtung, rufe hier nicht meine Dienstmails ab.“ Aber ob das akzeptiert wird, ist  umstritten, verwischen doch zunehmend die Grenzen zwischen Arbeit und Ableben. Auf jeden Fall sollte die Schlusspointe, in Stein gemeißelt, genau überlegt werden. Am besten, sie ist so schlecht, dass nur der Verfasser darüber lacht, hinterher aber niemand mehr. Denn wer zuletzt lacht, lacht am besten.