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Saarland digital
Fast schon wie Estland

FOTO: SZ / Robby Lorenz
Tere päevast!“ statt „Bonjour“. Die Frankreichstrategie der Landesregierung ist Geschichte. Das Saarland soll nun „das Estland der Bundesrepublik werden“, hat Ministerpräsident Tobias Hans verkündet. Von Ulrich Brenner
Ulrich Brenner

Weil das Land ganz im Osten der EU so schön digital ist. Um die Saarländer aber zu richtigen Balten zu machen, wird es kaum reichen, ein paar Computer in Schulen aufzustellen und bei Kabinettssitzungen auf Tablets rumzuwischen. Vom kostenfreien Nahverkehr, der für die 1,3 Millionen Esten gilt, wollen wir mal gar nicht reden. Wo aber Estland stolz darauf verweist, die meisten Meteoritenkrater pro Kilometer weltweit zu haben, könnten wir immerhin mit den Bergbau-Schäden kontern. Ob es dagegen politisch korrekt und durchsetzbar wäre, das Saarland fit für die Weltmeisterschaft im Frauentragen zu machen, bei der Estland lange Seriensieger war?


Den neuen Nationalsport der Esten müssten wir jedoch erlernen können. Beim „Paf-Ball“, einer Art Fußball, ist es zwar erlaubt, den Gegner zu schubsen. Die Spieler stecken aber in riesigen Plastikkugeln, die wie ein Airbag wirken. Da tritt sich keiner auf die Füße und man tut sich nicht gegenseitig weh. Und das ist doch sehr saarländisch.