| 21:30 Uhr

Glosse
Einen an der Klatsche

FOTO: SZ / Robby Lorenz
Nach diversen Verspätungen und Flugausfällen hat der Verband der applaudierenden Passagiere (VAP) ein totales Klatschverbot für In- und Auslandsflüge verhängt. Von Fatima Abbas
Fatima Abbas

„Das ist eine Klatsche, mit der die Airlines nicht gerechnet hätten“, sagte der Verbandsvorsitzende vor klatschendem Publikum. Vor lauter Verzweiflung über den drohenden Wegfall des Beifalls versprachen die Fluggesellschaften, ihre Flüge demnächst für begrenzte Zeit und in Ausnahmefällen sogar planmäßig starten zu lassen. Eine führende Airline, deren Erfolg bisher fast ausschließlich auf den Applaus nach der Landung zurückging, schrieb: „Es geht um unsere Existenz. Wir hoffen, dass sich die Politik einschaltet.“ Eine Hoffnung, die bald verfliegen könnte. Denn seit Bekanntwerden der Pläne diskutiert man in Berlin nur noch darüber, ob das Verbot nicht nur für „normale Urlauber“, sondern auch für ständig aus Spaß reisende Asyltouristen gelten soll. Der für seine konstruktiven Beiträge bekannte bayrische Ministerpräsident Markus Söder ging noch einen Schritt weiter: Um das Klatschverbot im Flieger auszugleichen, schlug er eine totale Klatschpflicht für seine Redebeiträge vor. Das verdient definitiv Applaus.