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Postfach-Müll
E-Mail ans Universum

FOTO: dpa
Es wird immer schlimmer. Früher wurde der E-Mail-Nutzer einfach rituell von Newslettern zugeschüttet, die ihn nicht interessierten – und löschte sie gleichgültig. Doch diese Zeiten sind vorbei. Von Pia Rolfs

Denn im Zug der neuen EU-Datenschutzverordnung hat er die Möglichkeit, der Dauerbefeuerung durch die Newsletter zu widersprechen und diese abzubestellen. Deswegen bekommt er zu diesem Thema neue Mails, die er – und darin liegt das Perfide – erst einmal lesen müsste. Aber genau das will er ja gar nicht. Und leider wird er sich dadurch auch erstmals der Tatsache bewusst, wie viel Schwachsinn ihm täglich zugeschickt wird. Das macht ihn unglücklich, hilft aber nicht viel. Würde doch ein Abbestellen aller Newsletter vermutlich so lange dauern, wie einen neuen zu verfassen.


Viel praktischer wäre da eine einzige Mail ans Universum: „Lasst mich doch alle in Ruhe!“ Aber leider ist dessen E-Mail-Adresse nicht bekannt – vermutlich stand sie in irgendeinem gelöschten Newsletter. Deswegen muss das E-Mail-Postfach aus Frust darüber wohl weiterhin das tun, was manche Nutzer auch bisweilen machen: Es lässt sich volllaufen.