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Glosse
Diebstahl aus Versehen

(Symbolbild).
(Symbolbild). FOTO: dpa
Die schlechte Nachricht: Die Menschen werden durch zunehmenden Stress immer zerstreuter. Die gute Nachricht: Dadurch gibt es auch immer weniger Diebstähle. So glaubt mancher, der seine Sonnenbrille nicht wiederfindet, diese sei ihm geklaut worden.

Um dann festzustellen: Ein Gast hat sie nur eingesteckt. Nicht etwa in Zueignungsabsicht, wie es juristisch so schön heißt – der Gast hätte mit den Gleitsichtgläsern auch gar nichts anfangen können. Sondern weil er sie mit seiner eigenen verwechselte. Das bleibt vermutlich kein Einzelfall. So könnte es bald passieren, dass Einbrecher im fremden Haus plötzlich gar nicht mehr wissen, was sie dort überhaupt wollten. Oder werden versehentlich zu Einbrechern, weil sie das Haus mit ihrem eigenen verwechseln und nicht verstehen, warum der Schlüssel nicht passt.


Und auch völkerrechtlich muss wohl einiges neu bewertet werden. Hat doch etwa Russland die Halbinsel Krim möglicherweise nur versehentlich eingesteckt, weil es sie für seine eigene hielt. Immerhin können Menschen, die sich noch grob daran erinnern, wem was gehörte, künftig alle anderen in die Tasche stecken. Aber auch das vielleicht nur versehentlich.