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Glosse
Die Rache der Zeitfresser

(Symbolfoto).
(Symbolfoto). FOTO: dpa
Manche fragen sich immer mal wieder: Wo ist die Zeit geblieben? Jetzt endlich ist der Schuldige dafür gefunden, dass das Leben so schnell vergeht: Es liegt an den Zeitfressern. Von Pia Rolfs

Vorher hatte diese oft niemand bemerkt, vermutlich aus Zeitmangel. Aber jetzt forschte eine Umfrage gezielt nach und fand heraus: Es sind Haushalt, Internet und Social Media! Sie führen dazu, dass etwa 40 Prozent der Erwachsenen täglich nur noch 45 Minuten Zeit für sich haben. Kein Wunder, dass da ausführliche Selbstzweifel nicht mehr möglich sind. Das bedeutet aber immerhin auch: Die Arbeitszeit wird nicht als Zeitfresser gesehen – obwohl sie im Gegensatz zu den sozialen Medien oft nicht zu vermeiden ist. Mancher ist inzwischen vielleicht heimlich froh, dass ihn der Job von Hausarbeit und Facebook vorübergehend fernhält. Denn bei der Arbeit muss er wenigstens nicht so tun, als sei alles sauber und sein Leben großartig.


Leider nicht untersucht wurde, wie aggressiv die Zeitfresser werden, wenn der Mensch sie nicht füttert. Bestraft uns das Internet dann mit noch volleren Postfächern? Der Haushalt aber ist im Zweifelsfall gemeiner. Denn seine Rache ist immer sehr schmutzig.