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Glosse
Brüder zur Sonne

FOTO: SZ / Robby Lorenz
Was hat der trübe Himmel, unter dem wir seit Wochen leben, mit Politik zu tun? Von Ulrich Brenner
Ulrich Brenner

Vielleicht ist die Sonne politikverdrossen, weil sie lange vergeblich auf die Häupter der Jamaika-Verhandler strahlte, die sich täglich auf einem Berliner Balkon der Nation unter dem Zentralgestirn zeigten. Seitdem Christian Lindner nämlich sein Missfallen an der von ihr verwöhnten Karibik bekundet hat, scheint die Sonne hierzulande ... nur noch eine Fiktion zu sein. Beim Auftauchen am saarländischen Himmel erwies sie sich gestern auch nur als kurze Vision – und mit denen muss man laut SPD-Legende Helmut Schmidt ja zum Arzt.  Weswegen Visionen auch bei seinen Erben in den Groko-Verhandlungen tunlichst vermieden werden. Da macht sich die Sonne natürlich wieder weg. Vielleicht fiel das Umfragebarometer der SPD gestern auch deswegen auf 18 Prozent, den wohl tiefsten Wert seit Beginn der Wetteraufzeichnung. Größer wird bei diesen Lichtverhältnissen nur Dunkeldeutschland. Ein beherztes „Brüder zur Sonne, zur Freiheit“ könnte das Zentralgestirn vielleicht gnädig stimmen. Nach Jamaika können wir ja nicht mehr flüchten. Den Winter-Blues hätte nur die FDP lindnern, äh lindern können. Nach dem Motto: Lieber falsch regiert als schlechtes Wetter.