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Humorkrise
Aprilscherz zu Ostern

FOTO: Tobias Hase / picture alliance / dpa
Der Satz ist so überfällig, dass es unklar ist, warum ihn noch kein Politiker formuliert hat: Der Aprilscherz gehört zu Deutschland. Denn wie gefühlt alles hier zu Lande steckt er in einer Krise. Diese „Aprilscherz-Krise“ wurde jetzt vom Regensburger Kulturwissenschaftler Gunther Hirschfelder analysiert, und er macht dramatische Entwicklungen aus. So scherzten die Menschen weniger privat, weil sie schon von den Medien dauerbespaßt werden. Außerdem hätte sich die Witz- zu einer Beleidigungskultur entwickelt. Der moderne Aprilscherz müsste demnah mit den Worten aufgeklärt werden: „April, April, du Depp!“ Aber bitte jetzt nicht lachen, das braucht den privaten Humorvorrat auf.

Und als sei das noch nicht schlimm genug: In diesem Jahr fallen Ostern und 1. April zusammen! Das erfordert ein Multitasking, das von normalen Menschen einfach nicht zu leisten ist. Wer kann denn erkennen, ob „Frohe Ostern!“ bei Dauerregen nicht nur ein böser Scherz ist? Möglich wäre allerdings eine Witz-Brauchtums-Kombination, die spannende neue Krisen auslösen kann: Einfach behaupten „Ich habe bunte Eier versteckt!“ und zwei Stunden später dem Suchenden sagen: „April, April!“