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Gepflegtes Zusammenspiel, wenig klangliche Vielfalt

Homburg. In der Reihe der Homburger Meisterkonzerte standen jetzt Streichquartette von Mozart, Brahms und Haydn auf dem Programm. Das Kammermusik-Quartett „Quatour Mosaïques“ aus Wien gab aber ein eher durchwachsenes Konzert. Helmut Fackler

Zur kammermusikalischen Königsdisziplin "Streichquartett" hatten die Meisterkonzerte jetzt eingeladen. Zu Gast war das in Wien beheimatete "Quatour Mosaïques" mit einem konventionell zusammengestellten Programm. Alle vier Musiker kommen aus der "Alte-Musik"-Sphäre des Nikolaus Harnoncourt . Man hörte es im C-Dur-Quartett KV 157 von Wolfgang Amadé Mozart aus der Reihe der "Italienischen Quartette", ersten Fingerübungen des Teenagers in dieser anspruchsvollen Gattung. Ein hübsches, gefälliges Stück Unterhaltung - und auch hübsch gespielt.

Joseph Haydns letztes vollendetes Quartett op.77/2 hingegen zeigt die ganze satztechnische Meisterschaft des damals 67-jährigen Komponisten. Wurden die drei ersten Sätze mit gepflegtem spielerischem Temperament durchaus dem esoterisch durchwirkten Spätstil Haydns gerecht, hätte man sich für das pointenreiche, vitale Finale mehr streicherischen Zugriff und klangliche Vielfalt gewünscht. Dennoch beeindruckte die Geschlossenheit des Zusammenspiels und auch die Feinheit der inszenierten agogischen Details.

Johannes Brahms hat sich mit dem Quartett-komponieren viel Zeit gelassen, bevor er mit seinem Opus 51 an die Öffentlichkeit ging. Die Nr.2 in a-moll ist sicherlich kein verkopftes, düsteres Werk. Bei aller Bedeutsamkeit der musikalischen Binnenstruktur, der thematischen und kontrapunktischen Arbeit, sollte klangliche Opulenz nicht unterrepräsentiert sein. Eine Verbindung von Klangreichtum und Struktur hätte spannend werden können. So blieb es bei einem schlanken, etwas anämischen, und wenig emotionalen Brahms, dem der verhalten agierende und nicht immer lupenrein intonierende Primarius so manchen dynamischen Impuls schuldig blieb.

Dem freundlichen Beifall folgte eine liebliche Dvorák-Zugabe als Betthupferl.