General Motors will Opel doch nicht verkaufen

General Motors will Opel doch nicht verkaufen

Rüsselsheim/Detroit. Paukenschlag im Poker um Opel: Gestern Nacht haben sich in Detroit die Anzeichen dafür verdichtet, dass der amerikanische Autobauer General Motors (GM) Opel behalten will. Dies sei aus der GM-Verwaltungsratssitzung in Detroit gedrungen, berichten dpa und das ARD-Hauptstadtstudio

Rüsselsheim/Detroit. Paukenschlag im Poker um Opel: Gestern Nacht haben sich in Detroit die Anzeichen dafür verdichtet, dass der amerikanische Autobauer General Motors (GM) Opel behalten will. Dies sei aus der GM-Verwaltungsratssitzung in Detroit gedrungen, berichten dpa und das ARD-Hauptstadtstudio. Von dem Gremium wurde eine Entscheidung über einen möglichen Verkauf an den Zulieferer Magna erwartet. Nach Informationen der "Süddeutschen Zeitung" hat sich GM dafür entschieden, Opel zu behalten. Der Verwaltungsrat habe sich aufgrund des sich "verbessernden Geschäftsumfeldes" für GM gegen einen Verkauf von Opel entschieden.Im September hatte das Gremium noch den Verkauf von 55 Prozent der Opel-Anteile an den Autozulieferer Magna und dessen Partner Sberbank empfohlen. Die EU-Kommission hatte Bedenken angemeldet und GM aufgefordert, die Entscheidung zu überdenken.Hessens Ministerpräsident Roland Koch (CDU) ist "sehr betroffen und zugleich verärgert" über die Entscheidung des US-Autobauers General Motors (GM), Opel nicht an Magna zu verkaufen: "Angesichts der negativen Erfahrungen der letzten Jahre mit der Unternehmenspolitik von GM mache ich mir große Sorgen um die Zukunft des Unternehmens und seiner Arbeitsplätze", sagte Koch laut einer am Dienstagabend verbreiteten Stellungnahme. Er erwarte, dass GM den Brückenkredit fristgemäß zum 30. November zurückzahle, "damit der deutsche Steuerzahler keinen Schaden nimmt".Zuvor hatten sich die Arbeitnehmer mit dem designierten Käufer Magna auf einen Beitrag der Belegschaft zur Sanierung des maroden Autobauers geeinigt. Sie wollten in den kommenden Jahren auf Millionenbeträge verzichten - allerdings nur, wenn Magna und der russische Partner Sberbank tatsächlich den Zuschlag für Opel erhielten. Die Einigung sollte eine Voraussetzung dafür sein, dass Opel an den österreichisch-kanadischen Zulieferer Magna verkauft werden könnte. Die europäischen Mitarbeiter hätten unter anderem über Lohnverzicht jährlich 265 Millionen Euro eingebracht und dafür zehn Prozent der Anteile an "New-Opel" erhalten.Noch bis zuletzt hatten Manager von Opel, Magna und GM sowie der Opel-Betriebsrat große Zuversicht geäußert, dass das GM-Gremium an seiner bisherigen Empfehlung festhalte, Opel an Magna zu verkaufen. dpa/ddp/afp