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Leserbrief Josef Dörr in Chemnitz
Gegen Rechts hilft nur Wählen

Josef Dörr in Chemnitz, Foto in der SZ-Ausgabe vom 11. September

Jedem aufrechten Saarländer sollte sich jenes Foto unauslöschlich ins Gedächtnis brennen, das den Vorsitzenden der saarländischen AfD, Josef Dörr, in seinem blauen Anzug in einer Demonstration in Chemnitz zeigt, zusammen mit AfD-Scharfmacher Björn Höcke und Pegida-Gründer Lutz Bachmann. Dass sich einige Teilnehmer nicht scheuten, den Hitlergruß zu zeigen, konnte man auf dem Foto allerdings nicht sehen. Jedem sollte klar sein, dass hier eine Partei, ohne Zweifel demokratisch legitimiert und mit führenden Vertretern aus der Mitte der Gesellschaft, an ihrem rechten Rand Platz lässt und Platz bietet für den braunen Sumpf, der latent immer schon vorhanden war, sich aber lange nicht an die Oberfläche getraut hat. Dessen Vertreter dürfen jetzt wieder öffentlich mitlaufen und Hassparolen verbreiten. Dagegen helfen keine Gegendemonstrationen, keine Konzerte, keine Lichterketten. Dagegen hilft nur eins: Bei jeder nächsten Wahl, ob auf Gemeinde-, Landes-, Bundes- oder gar Europaebene zur Wahlurne gehen, trotz vielleicht vorhandenem Frust über Parteienmauscheleien, Postenschachereien und allem, wofür man die Politik verantwortlich machen kann. Eine hohe Wahlbeteiligung und viele Wähler, die bewusst ihr Kreuz bei Parteien machen, die sich klar gegen den Sumpf aus Hass und Gewalt abgrenzen, schwarz, rot, gelb oder grün, werden dafür sorgen, dass unsere Demokratie wieder unangefochten wird.


Peter Weber, Schiffweiler