Gefeierter Charmeur

Gefeierter Charmeur

Wie nennt er sich, jener Applaus, der am Anfang eines Stückes aufbrandet, wenn das Publikum einen besonders geliebten Song erkennt? Sei's drum, jedenfalls durfte der Liedermacher Klaus Hoffmann (63) diese fast ausgestorbene Form des Beifalls des Öfteren erleben bei seinem Konzert am Donnerstag in der Congresshalle.

Es schien, als hätten die 850 Besucher so manches Stück aus der langen Karriere des Berliners sehr ins Herz geschlossen. "Eine Schönheit ist sie nicht" etwa oder "Die Mittelmäßigkeit". "Für det bisschen Zärtlichkeit" wurde sogar vielstimmig mitgesungen.

Dazwischen gab sich Hoffmann als charmanter Plauderer, der gerne Geschichten aus Jugend und Kindheit erzählte: Dass er einst Hosen "mit 42er Schlag" getragen, seinen Renault 4 sehr geliebt und das Haschisch-Rauchverbot in einem afghanischen Bus durch Essen der Droge umgangen habe. Sein mit ihm gereiftes Publikum bat er verschmitzt lächelnd darum, in 40 Jahren doch auch wieder hier zu sein. Musikalisch ist der Sänger ruhiger geworden; die vierköpfige Band begleitete ihn angenehm zurückhaltend, neben Chanson und Bossa Nova ging manches Arrangement in Richtung Schlager.

Abgesehen von den vielen Parallelen zu Reinhard Mey und Udo Jürgens dürfte Hoffmann auch mal in Richtung eines Roland Kaiser geschielt haben - jedenfalls, was Entertainment und Mimik angeht. Dass er den Bekanntheitsgrad dieser Kollegen nicht erreicht hat, könnte daran liegen, dass er stimmlich nicht ganz mithalten kann. Aber Hoffmanns sensible Texte machen da viel wett. Die Fans dankten mit stehenden Ovationen.