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Gedächtnis einer Stadt: Zum Tod von Karl August Schleiden

Saarbrücken. Karl August Schleiden (Foto: Maurer) war ein Mann, der auf alle Fragen der Saarbrücker Stadtgeschichte und der Geschichte der Saarregion stets eine Antwort wusste. Er war das detailverliebte Gedächtnis der Stadt, er besaß aber auch Herzenswärme und Lebenserfahrung genug, um den Windungen der Zeitläufte verschmitzt, schmunzelnd, und auch mal kämpferisch zu begegnen

Saarbrücken. Karl August Schleiden (Foto: Maurer) war ein Mann, der auf alle Fragen der Saarbrücker Stadtgeschichte und der Geschichte der Saarregion stets eine Antwort wusste. Er war das detailverliebte Gedächtnis der Stadt, er besaß aber auch Herzenswärme und Lebenserfahrung genug, um den Windungen der Zeitläufte verschmitzt, schmunzelnd, und auch mal kämpferisch zu begegnen. Er sprach nicht nur ein klares Wort, sondern ließ auch Taten folgen: Als 1962 die legendäre Zeitschrift "Saarheimat" in finanzielle Notlage geriet, schoss er eigenes Geld bei, übernahm den Verlag "Die Mitte" und führte die Zeitschrift bis 1990, den Verlag bis 1995.



1960 war der in Saarbrücken geborene Schleiden zur "Saarheimat" gekommen, nachdem er an der Saar-Universität bei August Langen am Germanistischen Institut studiert und seit 1954 als dessen Assistent gearbeitet hatte. Ein Stipendium führte ihn zuvor einige Jahre nach Paris, wo auch seine Dissertation über Klopstock entstand. Zurück in Saarbrücken arbeitete Schleiden in über 200 Aufsätzen und vielen Büchern Saarbrücker Geschichte auf. Sein jüngstes Werk, Bilder und Texte zu 1000 Jahren Saarbrücken, blieb unveröffentlicht. Das Geld zum Druck fehlte. Darüber stand sein ehrenamtliches Engagement im Historischen Verein für die Geschichte der Saargegend, beim Aufbau des Historischen Museums Saar und bei der Stiftung Saarländischer Kulturbesitz. Am Freitag ist Karl August Schleiden einen Tag vor seinem 81. Geburtstag gestorben. Antworten geben von nun an nur noch seine Bücher. sg