Geballte Frauenpower beim Garelly Scene Festival

Garelly Haus : Geballte Frauenpower beim Garelly Scene Festival

Zwei junge Sängerinnen begeisterten das Publikum am Samstagabend. Eine Woche lang präsentierte „label m“ alle Facetten der Jugendkultur.

Jugendkultur steht im Volksmund oft für Phasen kreativer Selbstfindung, Rebellion und Musikrichtungen wie Rock oder Techno. Alles was irgendwie „Krach“ macht eben. Jugendkultur kann aber auch Soul, Jazz und akustischer Pop sein. Wie am  Samstagabend im Garelly-Haus. Während des einwöchigen Garelly Scene Festivals standen bereits Hip-Hop-Acts wie Eros 66, Leumas Shikamaru oder das 2-Zimmer-Gefüge auf der Bühne. 4 Fliegen und Southern Caravan Breath versorgten die Fans mit rockigen Tönen. Am letzten Abend des einwöchigen Festivals für Jugendkultur standen dann allerdings geballte Frauenpower und eher sanftere Klänge im Mittelpunkt.

„Eigentlich habe ich immer getanzt und erst vor ungefähr einem Jahr angefangen zu singen“, erzählt die junge Sängerin Elcy Jeanrond. Auch ihr Auftritt beim Festival sei „ganz spontan und gar nicht groß geplant gewesen“. Wenn sie sich dann allerdings von Max Popp an der Gitarre begleitet querbeet durch Songs wie Gnarls Barkleys „Crazy“ oder „Atticus“ von The Noisettes singt, mag man das kaum glauben. Mit unglaublich viel Gefühl trifft sie jeden Ton. Wenn man die Augen schließt, könnte man fast meinen, einer erfahrenen Jazz-Ikone zu lauschen. Nach Jeanrond überzeugt mit Clementine eine weitere junge talentierte Sängerin. Sie fasziniert mit Stimmgewalt und gefühlvollen Coverversionen von Popsongs wie Jorja Smiths „On my mind“. Auch wenn sich an diesem letzten Abend des Garelly Scene Festival nur wenige Zuschauer zusammengefunden haben: Die Atmosphäre stimmt. Das Publikum ist begeistert.

Organisiert wurde das Garelly Scene Festival vom Verein „label m“, der einerseits künstlerisch-kreative Angebote für Jugendliche entwickelt und umsetzt, und andererseits die Ergebnisse dieser Angebote sichtbar machen will. Neben den musikalischen Darbietungen wurden auch Ergebnisse aus Tanz- und Songwriting-Workshops des Vereins vorgestellt. Um so gut wie alle Facetten der Jugendkultur abzudecken, gab es außerdem eine große Ausstellung, in der rund 20 junge saarländische Künstler ihre Kunstwerke ausstellten – darunter Dennis Di Biase, Rubin 195 und Katse. Die Ausgestaltung des Festivals lag im Übrigen in der Verantwortung der Jugendlichen selbst, sie konnten „selbstständige Entscheidungen treffen“, wie sie sagen. Sie haben es geschafft, Jugendkultur präsenter zu machen.