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Sankt Augustin
Gealterte Flüssigkeit senkt Effizienz

Eine Solarthermieanlage erwirtschaftet in der Zeit zwischen März und Oktober fast 80 Prozent ihres Jahresertrags.
Eine Solarthermieanlage erwirtschaftet in der Zeit zwischen März und Oktober fast 80 Prozent ihres Jahresertrags. FOTO: dpa-tmn / Andrea Warnecke
Sankt Augustin. Es lohnt sich, immer mal wieder die Erträge der Solarthermieanlage zu überprüfen.

(dpa) Sinken die Erträge einer Solarthermieanlage stark, sollte ein Fachmann auch die Flüssigkeit in den Leitungen überprüfen. Sie stehe unter hohem thermischem Stress und altere, erklärt Frank Ebisch vom Zentralverband Sanitär Heizung Klima in Sankt Augustin bei Bonn. Bestandteile der Flüssigkeit können ausflocken und die Pumpe oder einzelne Röhren blockieren. Erkennen kann das der Besitzer der Solaranlage nicht direkt. „Dazu muss etwas Flüssigkeit aus der Solarleitung gezapft werden“, erklärt Ebisch. „Dann würde man an der Farbe oder am Geruch Veränderungen feststellen können.“


Außerdem wird der unter den Alterserscheinungen leidende Frostschutz ähnlich wie bei einer Autobatterie überprüft. „Das sind keine Tätigkeiten für den Endkunden“, sagt der Sanitärexperte. Auch der Austausch der Solarflüssigkeit gehöre dazu.

Allerdings könne die Solaranlage auch mal etwas Flüssigkeit verlieren, zum Beispiel durch ein defektes Ausdehnungsgefäß. Ob das der Fall ist, kann der Laie durchaus selbst erkennen – am Druckmessgerät, dem Manometer. „Dabei darf er dann aber das Manometer der Solaranlage nicht mit dem der restlichen Heizungsanlage verwechseln“, erläutert Ebisch. „Am Manometer sollte der individuelle Druckbereich für die Solaranlage gekennzeichnet sein. Wenn der Druck unterhalb der Markierung sinkt, muss nachgefüllt werden.“ Auch das sei dann wiederum Arbeit für einen Fachmann.



Die Erträge der Solaranlagen, ob für Thermie oder Stromerzeugung, regelmäßig zu kontrollieren, ist ein gängiger Tipp für Hausbesitzer. Zwischen März und Oktober erzielen Solaranlagen fast 80 Prozent ihres Jahresertrags. Stimmt hier etwas nicht, kann das höhere Strom- und Wasserkosten zur Folge haben.

Bei Solarthermieanlagen lässt sich der Ertrag wie folgt kontrollieren: Wer einen Wärmemengenzähler hat, kann die Werte direkt ablesen. An anderen Anlagen müsse der Besitzer Hand anlegen. An sonnigen Tagen sollte überprüft werden, ob die Pumpe läuft und ob sich die warme Leitung der Anlage auch wirklich wärmer anfühlt als die kalte Leitung.

(dpa)