| 20:15 Uhr

Ganz allein und fast ohne Eklat

Esch-sur-Alzette. Es soll vorgekommen sein, dass Saarländer bis nach Köln fuhren, um Pete Doherty (Foto: dpa) live zu erleben. Und dort dann nach der Vorband erfahren mussten, dass Doherty und seine Babyshambles den Auftritt platzen lassen. Insofern war an dem Sonntag, an dem Doherty in der Rockhal im luxemburgischen Esch-sur-Alzette auftreten sollte, Skepsis angebracht

Esch-sur-Alzette. Es soll vorgekommen sein, dass Saarländer bis nach Köln fuhren, um Pete Doherty (Foto: dpa) live zu erleben. Und dort dann nach der Vorband erfahren mussten, dass Doherty und seine Babyshambles den Auftritt platzen lassen. Insofern war an dem Sonntag, an dem Doherty in der Rockhal im luxemburgischen Esch-sur-Alzette auftreten sollte, Skepsis angebracht. Doch der unberechenbare Skandalrocker kam tatsächlich. Alleine.



Kaum war er auf der Bühne, nahm er erste Geschenke seiner euphorisierten Fans in Empfang und stimmte dann erst das Babyshambles-Lied "East of Eden" an. Es folgte "You can't stand me Now" seiner früheren Band The Libertines, später auch das Solo-Stück "Salome". Doherty spielte sich durch alle drei Schaffensphasen seiner bewegten Karriere. Der Sänger war ganz bei sich - und nicht durchweg allein. Für "Last of the english roses" gesellten sich zwei Ballett-Tänzerinnen zu ihm, einige Songs später Babyshambles-Gitarrist Mick Whitnall. Ob allein oder in Begleitung - dieser Auftritt wirkte so, als wollte Doherty seinen Fans zeigen, dass noch Leben und Kreativität in ihm stecken und die Drogen ihn nicht ganz zerstört haben. Er überzeugte, auch wenn es dem Konzert - so ganz ohne Band - an Abwechslung fehlte. Uncharmant war nur sein Abgang: Der Roadie stimmte nach dem letzten Lied die Gitarre, ging, kam zurück und teilte mit: "Pete has left the building". So ganz ohne Skandälchen kann Doherty wohl nicht. kfb