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Gallischer Sechser bei „Sonntags ans Schloss“ in Saarbrücken

Saarbrücken. „Grenzenüberschreitend“, „Generationen verbindend“. Das sind stets willkommene Schlagwörter. uhr

Bei "Sonntags ans Schloss" kam am Wochenende beides zusammen. Zur Soiree spielten Les Yeux d'la Tête aus Paris auf, und da schlug die Stimmung im trotz des Regens gut besuchten Schlossgarten Purzelbäume. Alle Altersgruppen tummelten sich hier; die eifrigsten Tänzer vorne vor der Bühne waren entzückte junge Leute.

Bei dem gallischen Sechser machte Stillsitzen auch wirklich Mühe: "Danser sur les toits" (Tanzen auf den Dächern) lautet das Motto eines Albums. Les Yeux d'la Tête bieten puren Rhythmus und potenzierte Folklore. Ob flinker Swing manouche oder ein Balkangroove - kaum eine einschlägige Schwingung blieb aus, wenn sie von Pariserinnen sangen oder über angloamerikanische Popmusik witzelten ("I don't speak english"). Eine freche Prise Punk, eine Heavyrock-Gitarre oder ein Rockabilly-Riff gehören ohnehin längst zum Standardrepertoire von Les Yeux d'la Tête und wurden hier ins Weltmusikalische hinein verrührt. Auch ein Schuss Melancholie und Pariser Akkordeon-Romantik im getragenen Tempo fehlten bei dem süffigen Cocktail nicht.

Zwei Stunden munteres Verquirlen, Zitieren, Ironisieren, mit viel Musikalität und Professionalität. Und dennoch dermaßen üppig, dass es nach den Ovationen und Zugaben, während sich Schlangen am CD-Stand bildeten, bereits schwer fiel, sich an Details zu erinnern. Wurde da nicht zuallererst eine Sucht geweckt, nämlich die Lust auf mehr? Doch gibt es weit ungesündere Gelüste, es dient ja auch der Völker- und Generationenverbrüderung. Prädikat: ansteckend, aber ungefährlich.

Nächster Schloss-Termin: 11.8. mit Dr. Will and the Wizards (11 Uhr), "Die Zaubersocke" (15 Uhr) und Dobré (18 Uhr).