| 09:45 Uhr

Nach Fortunas 1:2-Niederlage
Fünf Dinge, die man lernen kann

Nach der Niederlage gegen den FC Augsburg muss die Fortuna den Kopf noch lang nicht in den Sand stecken.
Nach der Niederlage gegen den FC Augsburg muss die Fortuna den Kopf noch lang nicht in den Sand stecken. FOTO: RP Online / Falk Janning
Eine bittere Niederlage, aber keine Katastrophe - so lässt sich das Bundesliga-Comeback der Düsseldorfer zusammenfassen. Die wichtigsten Schlüsse aus dem Samstagspiel in der Arena. Von Bernd Jolitz

1. Fortuna muss noch mutiger sein


„Wir haben heute gesehen, dass wir mutig in ein Spiel hineingehen können“, sagte Innenverteidiger Kaan Ayhan nach der 1:2-Heimniederlage des Bundesliga-Aufsteigers gegen den FC Augsburg. „Wir sind am Anfang nicht gut hineingekommen, eben weil wir nicht mutig genug waren. Später war das dann anders, und dann hat man gleich gesehen, dass Augsburg damit Probleme bekam. Wir dürfen mutig sein.“ Der türkische Nationalspieler lag mit dieser Analyse absolut richtig: Mit Zurückhaltung wird der Aufsteiger in der Eliteklasse nichts erreichen, mit dem forschen Spiel zwischen der 30. und 55. Minute sowie in der Schlussphase vielleicht schon.



2. Die Torhüterdiskussion hat nicht geschadet

Michael Rensing musste zwar zwei Gegentreffer hinnehmen, Schuld daran trug der Fortuna-Keeper hingegen nicht. Dass der 34-Jährige erst am Donnerstag erfuhr, dass er den Kampf um die Nummer eins im Kasten gegen Raphael Wolf gewonnen hatte, tat seiner Ruhe und Sachlichkeit keinen Abbruch. Der gebürtige Emsländer hielt, was zu halten war.

3. Fortuna kann konkurrenzfähig sein

Bei manchem Fan, der sich in den vergangenen Jahren weniger mit der Bundesliga beschäftigt hat, setzte mit dem Abpfiff eine sportliche Depression ein. Tenor: „Wenn die schon gegen Augsburg verlieren…“ Falsch gedacht: Der FC Augsburg ist inzwischen ein gestandenes Erstligateam, das gut organisiert ist und aus wenigen Torchancen viel zu machen versteht. Die Düsseldorfer hätten die Partie trotz eines verpatzten Starts dennoch gewinnen können. Wenn sie nun die richtigen Lehren aus den gänzlich unnötigen Gegentoren ziehen (Trainer Friedhelm Funkel: „Diese Tore kann und muss man verhindern“), können sie die Kurve bekommen.

4. Defensive Aufstellung muss nicht Mauern bedeuten

Wohlgemerkt: Funkels Entscheidung, Kevin Stöger anstelle von Marvin Ducksch aufzustellen und damit einen neben Rouwen Hennings zweiten Vollblutstürmer gegen einen Mittelfeldmann einzutauschen, hat sich nicht ausgezahlt. Allerdings vor allem deshalb, weil Stöger zu wenig aus seinen Anlagen machte. Die zweite Defensiv-Idee des Trainers hingegen war ein Volltreffer: Matthias Zimmermann und Jean Zimmer, also zwei gelernte Verteidiger, gemeinsam die rechte Seite beackern zu lassen, war sogar förderlich für Fortunas Offensive. Zimmermann avancierte zum besten Düsseldorfer, Zimmer machte ebenfalls ein sehr ordentliches Spiel – und gemeinsam stoppten sie Augsburgs gefährlichste Waffe: Philipp Max, der sogar der Grund für den Ausflug von Bundestrainer Joachim Löw in die Arena war. Zum Verdruss der Düsseldorfer fanden die bayerischen Schwaben andere Wege zum Sieg.

5. Videobeweis macht keinen Spaß

Es war Fortunas erste Bekanntschaft mit dem umstrittenen technischen Hilfsmittel, und viele neue Freunde hat es in der Arena nicht gefunden. Einmal betrachtete Schiedsrichter Markus Schmidt eine Szene auf dem Bildschirm, entschied dann aber zum Entsetzen Funkels nicht auf Foul an Benito Raman, sondern auf Tor. Mehrere weitere Male verzichtete der Stuttgarter auf Video-Unterstützung, ging jedoch aufreizend hilflos mit der Wartezeit auf die Entscheidungen aus dem Kölner Keller um. Auch wenn es nicht spielentscheidend war: Dieses Merkmal der Bundesliga haben die Düsseldorfer in ihren Zweitligajahren definitiv nicht vermisst.