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Frühjahrserholung am Arbeitsmarkt bleibt aus

Nürnberg. Mit der Auftragsflaute bei vielen Unternehmen gerät nun auch der Arbeitsmarkt immer stärker in den Sog der Wirtschaftskrise. Die wachsende Zahl von Entlassungen hat den üblichen Frühjahrsaufschwung überlagert und die Zahl der Erwerbslosen im April entgegen dem langjährigen Trend stagnieren lassen

Nürnberg. Mit der Auftragsflaute bei vielen Unternehmen gerät nun auch der Arbeitsmarkt immer stärker in den Sog der Wirtschaftskrise. Die wachsende Zahl von Entlassungen hat den üblichen Frühjahrsaufschwung überlagert und die Zahl der Erwerbslosen im April entgegen dem langjährigen Trend stagnieren lassen. Mit 3 585 000 habe die Zahl der arbeitslosen Männer und Frauen in diesem Monat nur noch um 1000 unter dem März-Wert gelegen, berichtete der Vorstandschef der Bundesagentur für Arbeit (BA), Frank-Jürgen Weise. Im Schnitt der vergangenen drei Boom-Jahre war die April-Arbeitslosigkeit um rund 140 000 im Vergleich zum Vormonat gesunken.BA-Chef Weise räumte ein, dass ohne Kurzarbeit die Arbeitslosigkeit wahrscheinlich weitaus höher wäre. Nach vorsichtigen Schätzungen der Bundesagentur sind aktuell zwischen 1,3 und 1,5 Millionen Beschäftigte in Kurzarbeit. Dies entspreche etwa 450 000 Vollzeit-Stellen. Angesichts der immer stärkeren Eintrübung der Konjunktur rechnet Weise für dieses Jahr mit einer durchschnittlichen Arbeitslosigkeit von 3,7 Millionen. Bisher war die Bundesagentur von weit geringeren Werten ausgegangen. Für 2010 sei sogar eine durchschnittliche Arbeitslosigkeit von 4,7 Millionen möglich. "Bei einer solchen Entwicklung ist nicht auszuschließen, dass wir im Winter 2010/2011 auf über fünf Millionen Arbeitslose kommen", so der BA-Chef. dpa