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Leserbrief gelbe Säcke/Verpackungsmüll
Früher ging’s ohne zu viel Verpackung

 Deutschland hat den fragwürdigen Titel des Verpackungsmülleuropameisters. Leider gehen viele der gut gemeinten Tipps zur Abfallvermeidung ins Leere. Auf Einmalbecher zu verzichten, ist kein Problem.

Nur – was ist beim täglichen Einkauf? Ich bitte an der Wurst- und Käsetheke, meinen Einkauf in mitgebrachte Dosen zu packen. Geht nicht, Hygienevorschrift. Dürfte ich bitte mein Gemüse unverpackt kaufen und in mitgebrachten Tüten transportieren? Nein, nur die ausgelegten Plastiktüten entsprechen den Vorschriften. Limonade in Glasflaschen? Die meisten Sorten gibt’s nur in Plastik oder Aluminiumdosen. Müsli in Plastiktüte, Banane in Frischhaltefolie, Gemüse eingeschweißt. Ja, es gibt Läden, in denen ich einige Lebensmittel lose kaufen könnte. Aber halt nur wenige – nach einer Anfahrtsstrecke von 20 Kilometern. Zeitlich für die arbeitende Bevölkerung schwierig – und außerdem habe ich dann das Erdöl verfahren, anstatt es als Plastik zu verschwenden. Also, liebe Bürokratie – ermöglichen Sie durch Lockerung und Anpassung der Vorschriften allen Geschäften, Lebensmittel ohne oder in natürlicher Verpackung zu verkaufen! Und liebe Industrie, bieten Sie entsprechende Waren an! Ging doch vor einigen Jahrzehnten auch – ich erinnere mich an Einkäufe mit meinen Eltern als Kind.


Dr. Jörg Weinkauf, Wadgassen