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Leserbrief AfD vergleicht Förderschüler mit ansteckenden Krankheiten
Froh über Reaktion gegen Josef Dörr

AfD über Förderschüler I

Ich bin froh und dankbar für die vielfältigen ablehnenden Reaktionen auf Herrn Dörrs verbale Entgleisungen. Ich habe in den vergangenen 20 Jahren immer wieder Kinder mit Handicap im Unterricht zur Konfirmation begleitet und kann nur sagen, dass es die Gruppe in der Regel bereichert und für einen respektvolleren Umgang miteinander sensibilisiert hat. Es entspricht zutiefst dem christlichen Menschenbild, dass wir angewiesen bleiben auf die vergebende Zuwendung Gottes, die in Jesus Christus Mensch geworden ist. In der Perspektive des Glaubens ist es normal, verschieden zu sein. Wenn jeder wichtig ist, weil jeder etwas kann, können alle profitieren. Auch im aktuellen Jahrgang ist ein Kind mit Down-Syndrom, das eine Regelschule besucht und ganz selbstverständlich teilnimmt. Natürlich erfordert die Integration eines Kindes mit Handicap einen höheren Personalschlüssel und den Einsatz ganzheitlicherer Methoden. Wenn Förderschulen sukzessive abgebaut werden, muss die Politik die „Regelschule“ personell stärken, damit Lehrer nicht über die Belastungsgrenzen gefordert werden. Dann können alle profitieren.


Heiko Poersch, evangelischer Pfarrer,
Dudweiler