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Frisches Wasser

Schnittblumen haben es besser. Bei ihnen ist unstrittig, dass sie frisches Wasser brauchen - beim Menschen offenbar nicht. Eine Studie des Toluna-Instituts konfrontiert uns mit der entscheidenden Frage der Republik: Was tun mit Restwasser im Wasserkocher? Wegkippen oder wieder aufkochen - das ist es, was die Gemüter der Deutschen erhitzt. Der Typus "Wegkipper", meist männlich und etwas älter, fürchtet demnach Kalk ränder oder Rückstände. Der Typ "Wiederaufkocher", meist jünger und weiblich, ist unerschrockener. Weil ihm klar ist: Wer wüsste, wie es in mancher Küche wirklich zugeht, würde ohnehin nichts essen. Womöglich reizt manchen männlichen Wegkipper aber einfach das Geräusch fließenden Wassers - als Ersatz fürs gesellschaftlich verpönte Wasserlassen an Bäumen. Pia Rolfs

Schnittblumen haben es besser. Bei ihnen ist unstrittig, dass sie frisches Wasser brauchen - beim Menschen offenbar nicht. Eine Studie des Toluna-Instituts konfrontiert uns mit der entscheidenden Frage der Republik: Was tun mit Restwasser im Wasserkocher? Wegkippen oder wieder aufkochen - das ist es, was die Gemüter der Deutschen erhitzt. Der Typus "Wegkipper", meist männlich und etwas älter, fürchtet demnach Kalk ränder oder Rückstände. Der Typ "Wiederaufkocher", meist jünger und weiblich, ist unerschrockener. Weil ihm klar ist: Wer wüsste, wie es in mancher Küche wirklich zugeht, würde ohnehin nichts essen. Womöglich reizt manchen männlichen Wegkipper aber einfach das Geräusch fließenden Wassers - als Ersatz fürs gesellschaftlich verpönte Wasserlassen an Bäumen.


Psychologen und Soziologen sollten sich jedenfalls dringend mit dem Problem Restwasser beschäftigen, ehe die gesellschaftliche Harmonie ins Wasser fällt. Wobei sich Experten in einem wichtigen Punkt von Normalbürgern unterscheiden: Sie kochen zwar auch nur mit Wasser. Aber sie verraten nicht, mit welchem.